. . . Vater sein dagegen sehr
Der Grazer Christian Goriupp startet mit dem ersten Väter-Workshop österreichweit. Er will den Männern ihre neue Rolle bewusst machen.

Foto © KANIZAJ Christian Goriupp mit seiner zweieinhalbjährigen Tochter Anna
Was will ich meinem Kind weitergeben, welche Werte will ich vermitteln? Was will ich als Vater überhaupt? Diese Fragen stellte sich Christian Goriupp selbst vor rund zwei Jahren erstmals - und jetzt will er sie im Rahmen seiner Väter-Workshops anderen (werdenden) Vätern stellen. Denn: "Bei Männern läuft vieles nur oberflächlich", ist Goriupp überzeugt. "Bei Frauen passiert eine intensive Auseinandersetzung mit dem Kind und der Mutterrolle schon während der Schwangerschaft, bei Männern in vielen Fällen gar nicht."
Hier will Goriupp Abhilfe schaffen. Er startet ab heute den ersten Väter-Workshop im Café Flohcircus in der Albrechtgasse. "Mir ist österreichweit keine vergleichbare Initiative bekannt", so Goriupp, der betont: "Ich will kein Erziehungsratgeber sein. Es geht darum, den Vätern Mut zu machen und das Thema Kindererziehung mit all seinen positiven wie negativen Seiten zu beleuchten." Das gesellschaftliche Ziel: mehr Väter von der Karenz zu überzeugen.
Goriupp selbst war in Väterkarenz - und bekam deswegen in seiner Firma Probleme. "Nach 13 Jahren in der großen Firma! Das kam für mich überraschend und war natürlich eine riesige Umstellung." Durch die negative Erfahrung hat er das Dienstverhältnis mit seinem Arbeitgeber beendet und begonnen, sich selbstständig zu machen.
Ziel: Sensible Firmen
Auch das ist Ziel seiner Aktionen: Unternehmern den Wert einer Väterkarenz näherzubringen. "Die Erfahrungen aus Skandinavien zeigen, dass auch die Firmen profitieren." Die Mitarbeiter, die aus der Karenz zurückkommen, würden mit Zeitmanagement, Stressresistenz und Ähnlichem punkten.

















