Eine Geschichte ohne Ende und ohne Moral
Seinen 70. hätte der 2005 verstorbene Dichter Wolfgang Bauer heuer gefeiert. Eine erkleckliche Anzahl seiner Dramen ist im TiK (ur)aufgeführt worden, zuletzt die Eisenbahnstücke 2008. Für das TiK Anlass, zum eigenen 60-Jahre-Jubiläum Bauers unveröffentlichtes Dreieinhalb-Seiten-Manuskript "Windszeit" aus der Versenkung in die Gegenwart zu holen.

Foto © Kanizaj
Voll aufgegangen ist Martin G. Wankos und Alfred Haidachers Idee, die jüngeren Dichterkollegen Wilhelm Hengstler, Günter Eichberger, Johannes Schrettle sowie Valerie Fritsch Bauers Geschichte vom trinkfesten Schriftsteller beim Einöd-Wirt weiterspinnen zu lassen.
Resultat: Eine stürmische Groteske, die das famose Ensemble herrlich irrational in Szene setzt. Ein nahtloses Gesamtwerk, je nach Windlage, mit quälenden wie albernen "Geistern im Kopf". Einiges zugemutet wird der betagten Kellnerin Liselotte Slippek und dem polnischen Koch und "Herzkasperl" T. G. Schubert - zur Gaudi des begeisterten Publikums. Alexander Kropsch und Alfred Haidacher, der auch Regie führt, geben ein verschworenes (Alter Ego-) Duo ab. Passend heißt es im skurrilen Windspiel, "die Geschichte wird kein Ende und keine Moral haben". Wolfi Bauer wäre sicher entzückt. ELISABETH WILLGRUBER-SPITZ
"Windszeit". 5., 9., 11., 12., 17. bis 19., 24. bis 26. 11.; 1. bis 3., 8. bis 10. 12. (20 Uhr), TiK, Münzgrabenstraße 35, Graz. Karten: Tel. (0 31 6) 83 45 83.
















