Hinterseer erklärt das "Hansi-Prinzip"
Warum ist Hansi Hinterseer so erfolgreich? Der Sänger selbst ging der Frage auf den Grund. Andrea Stanitznig traf den Barden im Grazer Hotel Weitzer.

Foto © Hoffmann
Ein bisschen ungewohnt ist er schon, der schwarze Anzug mit der penibel geknoteten, knallroten Krawatte. Statt des locker gekleideten Volksmusikstars sitzt der Geschäftsmann Hansi Hinterseer im Hotel Weitzer in Graz. "Schön ist es bei euch. Aber ich bin selten da, nur manchmal zum Golfen", meint der Tiroler beim Kurzbesuch an der Mur, wo er die Werbetrommel für sein neues Album "Zwei Herzen" rührte.
Herr Hinterseer, wie viele Tage arbeiten Sie im Jahr eigentlich?
HANSI HINTERSEER: Ui, da muss ich erst nachrechnen. Nimmt man alle Drehtage, Auftritte und Konzerte zusammen, werden es so 80 sein. Eigentlich gar nicht so viel.
Was tun Sie denn in der vielen Freizeit?
HINTERSEER: Ich bin daheim in Kitzbühel bei meiner Familie. Manchmal zieht es mich aber weg, dann fahr' ich auf Urlaub. In Gedanken bin ich trotzdem immer bei der Arbeit.
Sind Sie ein Mann, der in Sachen Karriere gerne selbst das Ruder in der Hand hat?
HINTERSEER: Absolut. Ich treffe bei Dreharbeiten die Entscheidungen am liebsten selbst, entwickle auch die Drehbücher, sitze am Schneidetisch dabei. Viele wissen das gar nicht. Wenn ich etwas mache, dann ordentlich. Derzeit plane ich meine Tour mit dem "Tiroler Echo", die im Frühjahr startet. Nur ein paar Blumentöpfe am Bühnenrand zu montieren, reicht mir nicht. Ich will dem Publikum etwas bieten.
Können Sie selbst erklären, warum Sie so erfolgreich sind? Sie waren ja sogar schon in Dänemark die Nummer eins der Charts.
HINTERSEER: Schwer. Ich habe in den 18 Jahren, in denen ich auf der Bühne stehe, viele Stars kommen und gehen sehen. Man muss einfach etwas haben, das die Leute in seinen Bann zieht. Das muss angeboren sein, und bei mir ist es das anscheinend. Mein Rat an junge Leute, die in der Branche etwas werden wollen, ist, nicht immer auf andere zu hören. Oft kommt ja einer von der Plattenfirma und will einen verbiegen.
Ihr Fan-Wandertag in Kitzbühel wurde für 2012 nach Querelen mit der Gemeinde abgesagt. Gibt es in der Sache neue Entwicklungen?
HINTERSEER: Für mich ist das Thema abgehakt, es wird keinen Wandertag mehr geben. Wenn ich einmal etwas beschließe, gilt das auch. Das ist mein Prinzip. Ob wir an einem anderen Ort etwas Ähnliches auf die Beine stellen, kann ich mir aber schon denken. Noch ist aber alles offen.


















