Steirer bauen ein Flaggschiff in Wien
Familiengästehäuser Jufa expandieren in die Metropolen Wien und Hamburg. Die Organisation mit Sitz in Graz betreibt fast 40 Häuser in Österreich und Deutschland.

Foto © JUFADer historische Altbau wird renoviert und um einen Neubau erweitert. So entsteht ein Hotel mit fast 500 Betten J
GRAZ. "Es gibt zu wenige familienfreundliche Unterkünfte in den Großstädten. Das war unsere Grundidee", erklärt Gerhard Wendl, Vorstand der Jugend- und Familiengästehäuser (Jufa). Die Organisation mit Sitz in Graz betreibt fast 40 Häuser in Österreich und Deutschland, die meisten in der Steiermark - aber noch keines in einer Millionenstadt. Doch das wird sich nun ändern.
In Wien-Simmering errichtet Jufa ein 500-Betten-Haus und investiert mit einem privaten Konsortium 20 Millionen Euro. Am vorigen Freitag fand die Gleichenfeier statt, im Sommer 2012 soll die Eröffnung gefeiert werden. "Ich behaupte schon jetzt, dass es das familienfreundlichste Stadthotel Wiens werden wird", erklärt Wendl.
Leicht hat es Wien den Steirern offenbar nicht gemacht, in der Hauptstadt Fuß zu fassen. Der Grund, auf dem nun gebaut wird - ein historisches Gebäude aus dem früheren Besitz Mautner Markhofs wird restauriert und in den Neubau integriert -, ist bereits der dritte, der ausgesucht wurde. "Zwei Mal hat man uns verhindert, das ging bis zur politischen Intervention von SPÖ-Funktionären." Offenbar haben andere Anbieter die Konkurrenz der Jufa gefürchtet, laut eigenen Angaben "die Nummer eins im österreichischen Jugend- und Familientourismus". Pro Jahr werden 300.000 Gäste und 900.000 Nächtigungen gezählt.
Größtes Jufa-Haus
Das neue Haus in Wien wird nicht nur der größte Jufa-Standort, es soll auch als "Flaggschiff für das internationale Parkett dienen", erklärt Wendl. Spielplatz, Kinderbetreuung, Spielebar, Jugendcorner, Zimmer für Mehrkindfamilien und zehn rollstuhlgerechte Unterkünfte sind unter anderem im Drei-Sterne-Standard enthalten.
Apropos: Für die Beschäftigung von steiermarkweit 21 Menschen mit Behinderung wurde Jufa gerade erst mit dem "Integrationspreis 2011" ausgezeichnet.
Wien wird nicht die einzige Metropole bleiben. Wendl: "In Hamburg ist unser Projekt bereits sehr konkret, danach ist München unser nächstes Ziel."

















