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    Zuletzt aktualisiert: 22.10.2011 um 20:02 UhrKommentare

    "Heute kommen arabische Staaten zu uns"

    Für Roland Jahn, Leiter der Stasi-Behörde in Deutschland, kann man bis heute wichtige Lehren aus der DDR-Zeit ziehen. Zur Eröffnung einer Stasi-Ausstellung an der Uni kam er nach Graz.

    Roland Jahn, Leiter der "Stasi"-Behörde, warnt davor, für die Sicherheit die Freiheit zu opfern

    Foto © EderRoland Jahn, Leiter der "Stasi"-Behörde, warnt davor, für die Sicherheit die Freiheit zu opfern

    W arum gibt es diese Ausstellung, und warum kommt sie nach Österreich?

    JAHN: Es gehört zu unseren Aufgaben, dass wir die Öffentlichkeit unterrichten über das, was die Geheimpolizei war. Gerade jungen Leuten, die die Zeit vor 1990 nicht erlebt haben, wollen wir einen Zugang verschaffen und zeigen, wie Diktatur war, wie die Menschen damals damit zurechtgekommen sind und wie schnell man zum Feind werden kann.

    Und warum nach Österreich?

    JAHN: Die Stasi hat weltweit gewirkt. Es gab Wirtschafts- und Militärspionage. Und man hat versucht zu verhindern, dass aus dem Ausland in die DDR hineingewirkt wird. Etwa 2000 Österreicher haben in der DDR gelebt, und das wollte man im Griff haben. Die KPÖ war eine wichtige Drehscheibe im Handel zwischen Ost und West.

    Als die Grenze zwischen Österreich und Ungarn geöffnet wurde, war da die Stasi noch aktiv?

    JAHN: Die Stasi war sehr interessiert, sie haben ihre Berichte aus Ungarn und aus den Auffanglagern in Österreich bekommen. Wir können das alles nachvollziehen, denn wir haben die Akten. Das war ja weltweit das erste Mal, dass eine Geheimpolizei gestürmt wurde, dass die Akten gesichert und dann zugänglich gemacht wurden. Heute kommen arabische Staaten zu uns und fragen nach, wie man das macht. Es ist uns nämlich der Spagat gelungen, Transparenz und Datenschutz hinzubekommen.

    Können wir heute unsere Freiheit richtig schätzen?

    JAHN: Es ist manchmal zu selbstverständlich. In der Ausstellung sieht man Biografien von Menschen, die zeigen, wie schnell man zum Staatsfeind wurde. Die Frage nach Widerspruch und Anpassung, die sich in der Diktatur stellt, stellt sich auch in der Demokratie.

    Wie sehen Sie die jüngsten Skandale um Bundestrojaner, also Ausspähprogramme deutscher Behörden, die ihre Befugnisse damit offenbar überschritten?

    JAHN: Man kann das nicht gleichsetzen mit der Stasi. Aber wenn wir Diktatur betrachten, können wir deutlich machen: Es gibt keinen absoluten Schutz. Wenn durch den Staat zu viel Sicherheit organisiert wird, geben wir die Freiheit auf und es entsteht der Sicherheitsstaat. Da gibt es heute genug Anlässe zu hinterfragen.

    INTERVIEW: NORBERT SWOBODA

    Zur Person

    Roland Jahn, 1953 geboren, war Bürgerrechtler und Regimegegner in der DDR. Ausgebürgert, dann Journalist. Seit Jänner Chef der "Stasi"-Behörde.

    Im Resowi-Zentrum der Uni Graz im Foyer ist noch bis 28. Oktober die Ausstellung "Feind ist, wer anders denkt" über das Wirken der Stasi in der ehemaligen DDR zu sehen. Kein Eintritt.

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