"Plötzlich lag vor mir ein Kind auf der Straße"
Ein fünfjähriger Bub und ein zwölfjähriges Mädchen wurden von Autos erfasst und teils schwer verletzt. Ärztin und Schuldirektorin als Ersthelferinnen.

Foto © KLZ
Donnerstag früh, vor dem Feuerwehrhaus Paldau: Beatrice H. aus Jagerberg sieht den Bus in der Haltestelle stehen, der sie weiter nach Kirchberg bringen soll. Dort besucht die Zwölfjährige die Hauptschule. Weil sie Angst hat, der Bus könnte ohne sie losfahren, rennt sie ohne zu schauen über die Landesstraße. Und läuft einer 44-jährigen Paldauerin direkt vor das Auto.
Beatrice wird niedergestoßen und bleibt benommen auf dem Asphalt liegen. Nur Sekunden später nähert sich Volksschuldirektorin Gertraud Urban der Unfallstelle. "Es war so ein diffuses, eigenartiges Licht. Die Fahrbahn hat geblendet und ich sah das Mädchen auf der Straße auch erst im letzten Moment. Ich hab mich so erschrocken!", schildert sie der Kleinen Zeitung. Doch die Direktorin reagiert richtig, schaltet sofort die Warnblinkanlage ein und sichert so die Unfallstelle ab. Dann alarmiert sie über das Handy Notarzt und Polizei.
"Wir haben das Kind aufgehoben und ins Auto der anderen Lenkerin gesetzt. Es hat ja geregnet und es war kalt", erzählt Urban. Dann habe sie versucht, mit dem Mädchen zu reden, doch im Schock konnte es keine klaren Angaben machen. "Sie wollte am Handy die Nummer ihrer Eltern suchen, fand sie aber nicht." Über die Schule gelingt es schließlich, die Angehörigen zu verständigen. Nach der Erstversorgung durch den Notarzt wird die Zwölfjährige mit dem Rettungshubschrauber C 12 in die Kinderchirurgie am LKH Graz geflogen. "Auf den ersten Blick sind die Verletzungen nicht so schlimm. Sie hat eine Gehirnerschütterung, wirkte aber recht gefasst", so C 12-Notarzt Ronald Hödl.
Schwerste Verletzungen hatte am Mittwochabend ein kleiner Bub bei einem ähnlichen Unfall in Graz erlitten. Berat, der demnächst fünf Jahre alt wird, wollte bei einer Bushaltestelle in der Lazarettgasse zu seiner Mutter laufen, die mit einem Kinderwagen auf der anderen Straßenseite stand. Dabei wurde er vom Auto eines 46-Jährigen erfasst und auf die Fahrbahn geschleudert. Eine zufällig nachkommende Ärztin leistete Erste Hilfe, das Rotkreuz-Notarztteam versetzte den Buben noch vor Ort in künstlichen Tiefschlaf. Die Lebensgefahr war am Donnerstag aber schon wieder gebannt, hieß es aus der Kinderchirurgie: "Wir holen ihn langsam aus dem Tiefschlaf zurück."














