Trauer um den Baum im Hof
Bewohner versuchten bis zuletzt, Fällung eines alten Götterbaumes in der Glacisstraße zu verhindern.

Foto © Hans AndrejMargarethe Vogler-Kieser (rechts) und Mitbewohner kämpften bis zuletzt um den Götterbaum
Irgendwie hatte man den Eindruck, dass ihre eigene Entwurzelung bevorstand. Mit allen Mitteln versuchten einige Bewohnerinnen des Hauses Glacisstraße 47, die Fällung eines wunderschönen alten Baumriesen abzuwenden. Schließlich mussten sie sich den Tatsachen beugen.
Seit rund 70 Jahren wohnt Margarethe Vogler-Kieser in diesem Haus. "Und der Baum war immer schon im Hof. Er hat uns mit guter Luft versorgt und hat in der Sommerhitze für Schatten gesorgt", ist Vogler-Kieser jetzt sehr traurig. Und mit ihr auch andere Hausbewohner. So wie auch die Kinder der Kinderkrippe, die in diesem Hof unter dem Götterbaum ihren Spielplatz haben. "In Zukunft wird es im Sommer auf unserem Spielplatz wohl sehr heiß sein", meint Krippenleiterin Karin Reinprecht.
Noch vorgestern versuchte man, wenigstens einen Aufschub für die Fällung zu erreichen, um mit der Hausbesitzerin selbst sprechen zu können. Ohne Erfolg. Gestern früh stellte man sich noch einmal schützend vor den Baum. Da rückte der Arbeitstrupp aber schon an und begann mit der Baumentfernung.
Die Schlägerung war übrigens rechtlich gedeckt. Die Bewilligung nach der Baumschutzverordnung wurde erteilt, weil der Wurzelstock eine Hofmauer in Mitleidenschaft gezogen hat und die Sicherheit nicht mehr gewährleistet war.
Diese Probleme wären auch anders zu lösen gewesen, meinen die Bewohner. Es sei einfach traurig, wie der Wert eines Baumes heute beurteilt werde.
















