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Zuletzt aktualisiert: 12.10.2011 um 19:41 UhrKommentare

Forstarbeit: So gefährlich ist kaum ein Job

23 Menschen starben im Vorjahr bei der Arbeit im Wald - von 1680 Forstunfällen passierte fast jeder dritte in der Steiermark.

Foto © APA

Derzeit dreht sich alles um den Wald bei der Austrofoma 11, Österreichs größter Messe für Forsttechnik in Rein. Aber nicht nur die Maschinen sind dort Thema, auch die Sicherheit der Forstarbeiter bleibt ein Dauerbrenner. Gemeinsam mit dem Baugewerbe zählt diese Berufsgruppe zu den gefährlichsten in Österreich.

Erst am Dienstag ist in Niederöblarn ein 34-jähriger Rumäne bei Holzschlägerungsarbeiten schwerst verletzt worden. Es war ein für diese Tätigkeit typischer Unfall: Ein Kollege hatte den Baum umgeschnitten, dieser war zunächst auch in die vorgesehene Richtung gekippt. Doch ein heftiger Windstoß verpasste dem Baum noch eine leichte Kursänderung. Der Arbeiter wollte noch aus der Gefahrenzone flüchten, wurde aber von den Ästen des gefällten Baumes am Kopf getroffen. Seine drei Arbeitskollegen befreiten den Rumänen und leisteten Erste Hilfe, schließlich wurde er mit dem Hubschrauber ins Spital nach Salzburg gebracht.

Die Unzugänglichkeit des Geländes, sich verkeilendes und unter Spannung stehendes Holz und schwierige Wetterbedingungen machen die Waldarbeit immens gefährlich. Einer Erhebung der Unfallversicherungsanstalt (AUVA) zufolge gab es in der Steiermark im Vorjahr 471 Unfälle in der forstwirtschaftlichen Arbeit - so viele wie in keinem anderen Bundesland. 23 Menschen kamen österreichweit 2010 bei der Waldarbeit ums Leben.

Im Ranking der gefährlichsten Berufe stehen die Forstarbeiter an dritter Stelle. Hochgerechnet auf 1000 Erwerbstätige sind nämlich die Zeit- und Leiharbeiter am meisten gefährdet (siehe Grafik). Der Grund dürfte in mangelnder Routine durch wechselnde Arbeitsstellen liegen, einer bestimmten Branche zuordnen lassen sich Leiharbeiter aber nicht. Bleibt also die Arbeit auf dem Bau als risikoreichste, gefolgt von der Forstarbeit.

"In diesen beiden Berufen wird nach wie vor viel händisch gearbeitet und das birgt mehr Risiken als in Produktionsstätten, wo viel automatisiert wurde", weiß Robert Annabith, Leiter des Unfallverhütungsdienstes der AUVA-Landesstelle Graz. Eine fundierte Ausbildung und eine gute Unterweisung der Arbeiter seien daher das Um und Auf. Annabith und seine Kollegen unterstützen Arbeitgeber auf Anfrage dabei und zeigen etwaige Risikostellen auf.

Nur ein Fünftel aller Unfälle in Österreich passiert übrigens bei der Arbeit, drei Viertel zu Hause, in der Freizeit und beim Sport. Zu diesem Komplex zählt auch die wenig beachtete tägliche Arbeit von Hausfrauen bzw. -männern. Und geht damit in der Statistik völlig unter.

WILFRIED ROMBOLD

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FAKTEN

Die AUVA hat mit den Daten aller Versicherungsträger eine Unfallstatistik im Bereich forstwirtschaftlicher Arbeiten für 2010 erstellt. Darin sind auch verwandte Berufsgruppen (Landwirte, Hilfsarbeiter etc.) mit einbezogen. Demnach gab es im Vorjahr 1680 gemeldete Unfälle, die meisten davon in der Steiermark (471) und in Kärnten (316). 23 der Unfälle endeten tödlich.

Als häufigste Unfallursachen zählt die AUVA auf: Dass der Arbeiter die Kontrolle über Baum, Äste oder Werkzeug verlor, an zweiter Stelle standen Stürze.

Bei den Verletzungen standen Brüche und oberflächliche Verletzungen hervorgerufen durch Bäume und Äste an der Spitze. In 154 Fällen war die Motorsäge mit im Spiel.

Die meisten der Getöteten waren 2010 in der Altersgruppe 45 bis 54 Jahre (14 Opfer). Vier waren älter als 65 Jahre, zwei der Getöteten unter 25 Jahre.

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