EU-Projekt erfasst slowenische Altertümer an steirischem Museum
Tausende archäologische Objekte und Archivalien aus der slowenischen Untersteiermark (Spodnja Stajerska) befinden sich nicht in Slowenien, sondern in der Steiermark und in österreichischen Archiven.

Foto © Scheriau/Sujet
Ein EU-gefördertes Forschungs- und Digitalisierungsprojekt unter Federführung des steirischen Universalmuseum Joanneum (UMJ) soll das Material bis 2013 besser zugänglich machen. Bereits 2012 werde es im Rahmen von "Maribor 2012" eine Schau des Joanneum mit antiken Sammlungsstücken aus Slowenien geben, hieß es vonseiten des Universalmuseums.
Das Universalmuseum Joanneum sammelte und erforschte seit seiner Gründung 1811 bis zum Ende der Österreichisch-Ungarischen Monarchie im Jahr 1918 auch archäologische Denkmäler aus dem Gebiet des heutigen Sloweniens, so Projektleiter Marko Mele vom Universalmuseum Joanneum. So befinden sich heute mehrere tausend Objekte und archivalische Unterlagen wie Grabungstagebücher, Zeichnungen, Fotos und Pläne in seinen archäologischen Sammlungen, die heute hohen Wert für die Archäologie in Slowenien besitzen.
Generell sei das Fund-und Ausgrabewesen der k.-u.k.-Monarchie - zu der die Stajerska bis 1918 zählte - lange Zeit dem Münz- und Antikenkabinett in Wien untergeordnet gewesen. Archäologische Funde mussten zuerst nach Wien gemeldet und überstellt werden, führte Manfred Lehner vom Archäologischen Institut der Universität Graz im Gespräch mit der APA aus. Das Institut ist im Rahmen des vom UMJ initiierten EU-Projektes "InterArch Steiermark" (Interaktives archäologisches Erbe der österreichischen und slowenischen Steiermark) an der Aushebung der Archivalien über archäologische Funde aus dem historischen Territorium der Stajerska beteiligt. Heute seien die Fundberichte für die Wissenschaft besonders wertvoll, "weil Funde aufgrund von damals fehlenden Publikationen oft nicht veröffentlicht werden konnten und auch später nie publiziert wurden", so Lehner.
Nun soll ein digitalisiertes Archiv der rund 5.000 aus Slowenien stammenden Fundstücke in den archäologisch-numismatischen Sammlungen des steirischen Museums entstehen. Zusätzlich sollen die Dokumente zu den archäologischen Fundstellen in Slowenien, die heute u.a. in den Archiven der Antikensammlung des Kunsthistorischen Museums Wien und der Zentrale des Bundesdenkmalamtes Österreich verwahrt werden, digitalisiert werden. Die Datenbanken über die Fundstellen und Objekte aus der Stajerska werden über eine Internetseite frei zugänglich gemacht und zweisprachig abrufbar sein. Das Gesamtbudget des Projekts beträgt rund 820.000 Euro und wird zu 85 Prozent aus den Mitteln der Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.
Bereits im Frühjahr 2012 wird im Rahmen des EU-Kulturhauptstadtjahres "Maribor 2012" in Schloss Betnava am Stadtrand von Marburg eine Ausstellung mit dem Titel "Ans Licht gebracht. Archäologisches Erbe der Stajerska aus dem Universalmuseum Joanneum" stattfinden und eine erste Publikation erscheinen.

















