Grüne, blickt nach Wien!
Wiener Grüne machen es Grazer Kollegen vor und die Öffis billiger. Eisel-Eiselsberg fordert vom Land mehr Geld für Frühsprachförderung.
Es war das Wahlkampfthema der Grazer Grünen: Die Jahreskarte für die Graz Linien - damals ja noch GVB - muss um ein Drittel billiger werden, forderte Lisa Rücker. Ein Ding der Unmöglichkeit, wie sich rasch nach der schwarz-grünen Regierungsbildung herausstellte. Die Grünen mussten ihre erste herbe Niederlage als Regierungspartei hinnehmen. Die Tarife wurden sogar teurer statt billiger: Zahlte man 2008 noch 316 Euro für die Jahreskarte, sind es heuer schon 352 Euro. Und 2003 waren es überhaupt nur 271 Euro - ein Plus von 23 Prozent in acht Jahren.
Dass man die Preisschraube bei den Öffi-Tarifen auch nach unten drehen kann, beweisen jetzt die Wiener Grünen. Sie gingen mit ähnlichen Forderungen in den Wahlkampf wie ihre Grazer Kollegen, nur konnte sich Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou gegen anfängliche Widerstände beim Koalitionspartner SPÖ durchsetzen. Ergebnis: Das Jahresticket für die Wiener Linien kostet nun 365 Euro statt bisher 449 Euro. Macht einen Euro pro Tag für ein superausgebautes U-Bahn-Netz plus Bus- und Tramverbindungen. Auch das Monatsticket wurde billiger.
Wieder ein neues Kapitel in Sachen neue Löschfahrzeuge für die Berufsfeuerwehr: Der Kontrollausschuss hat sich für den 1,8-Millionen-Kauf der vier neuen Autos ausgesprochen, um die seit mehr als einem Jahr gestritten wird. Mittlerweile hat sich auch Magistratsdirektor Martin Haidvogl eingeschaltet, um die Sache ins Rollen zu bringen. Im Rathaus heißt es, dass so die eigentlich zuständige ÖVP-Stadträtin Sonja Grabner entmachtet werden soll.
Finanzministerin Maria Fekter und Staatssekretär Sebastian Kurz (beide VP) haben jetzt doch zugesagt, dass der Bund fünf Millionen Euro für die Sprachförderung im Kindergarten zur Verfügung stellt. Das Land Steiermark hat aber die Sprachförderung bis Ende 2012 bereits ausfinanziert und mit dem Geld vom Bund gar nicht mehr gerechnet. Dieses zusätzliche Geld sollte "in den weiteren Ausbau der Sprachförderung investiert werden", fordert Stadtrat Detlev Eisel-Eiselsberg. In Graz brauchen 22 Prozent aller Kindergartenkinder Unterstützung im sprachlichen Bereich. Die Stadt selbst gebe schon 400.000 Euro dafür aus. HELMUT BAST, GERALD WINTER
















