Brot wird teurer: Bäcker müssen zusperren
Die Kosten und der Druck des Handels steigen so stark, dass viele zusperren müssen, klagen heimische Bäcker. Preisanpassungen seien unvermeidlich.

Foto © TrudiDesign
Knackfrisch am Tisch. Möglichst jederzeit, möglichst überall erhältlich und möglichst günstig. Auch beim Grundnahrungsmittel Nummer eins, Brot und Gebäck, steigen mit den geänderten Konsumgewohnheiten die Ansprüche ständig. Das trifft vor allem auch die heimischen Bäcker, oder wie es Günther Stangl, stellvertretender Bäckerinnungsmeister aus Gnas, ausdrückt: "Die Lage ist sehr, sehr angespannt." Wohl wissend, dass Verteuerungen bei Grundnahrungsmitteln wie Brot eine heikle Sache sind, komme man um solche in den nächsten Monaten nicht herum, heißt es bei der steirischen Bäckerinnung ebenso wie bei Kollegen in Kärnten und Wien.
Die Gründe? Zu den stark gestiegenen Preisen bei Mehl, Zucker oder Salz "kommen nun steigende Energiekosten und seit Oktober um mehr als drei Prozent gestiegene Löhne laut Kollektivvertrag hinzu", so Stangl.
Ofen aus
Dennoch werde es "keine generelle Erhöhung um soundso viel Prozent" geben, vielmehr werde bei einzelnen Produktgruppen angepasst, prognostiziert Stangl.
Vor den größten Problemen stehen laut Stangl Kleinbetriebe, und das liege vor allem am Handel: "Gegen ihre Billigwaren aus eigenen Backstationen und die Tankstellen haben sie nur eine Chance mit Nischenprodukten. Und die sind in der Produktion noch teurer." Jedes Jahr müssen so im Schnitt fünf bis sechs steirische Bäckereien aufgeben. Ofen aus.
Brot für den Müll
Bleibt noch ein weiteres heikles Thema: die vielen Tonnen Brot, die im Müll landen. So könnte etwa mit jener Menge Gebäck, die pro Tag in Wien übrig bleibt, der Tagesbedarf der Stadt Graz gedeckt werden. Und da nimmt Stangl ebenso wie der Wiener Innungsmeister Josef Schrott auch die Kunden in die Pflicht, weil sie bis zum Abend stets frischeste Ware verlangen würden. "Folglich verlangt der Handel von uns, dass die Regale bis zum Abend voll sind und wir den Rest zurücknehmen und entsorgen müssen", so Stangl.
Ein positiver Trend ist hier aber zu bemerken. Immer mehr Sozialvereine, wie etwa die Vinzimärkte in Graz, übernehmen diese Ware, wenn sie noch einwandfrei ist.













