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Zuletzt aktualisiert: 10.10.2011 um 16:05 Uhr

Vier Frauen vergewaltigt: Prozess vertagt

Angeklagter soll vier Grazerinnen vergewaltigt haben, den Frauen wurden vermutlich "K.O.-Tropfen" verabreicht. Prozess ging unter Ausschluss der Öffentlichkeit über die Bühne und wurde am Nachmittag vertagt - weitere Zeugen werden geladen.

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Foto © APASujetbild

Nicht zum ersten Mal verunsichern Berichte über heimlich verabreichte K.o.-Tropfen die Nachtschwärmer. Ärzte des Landeskrankenhauses Graz haben im Vorjahr Alarm geschlagen, da die Opferzahlen steigen würden. Infolge hat die ÖVP-nahe Frauenbewegung unter dem Motto "K.o.-Tropfen? Ich pass auf!" in Lokalen eine Kampagne gestartet.

K.o.-Tropfen soll auch jener Arbeiter verwendet haben, der am Montag vor Richterin Angelika Hacker steht. Vier junge Grazerinnen (15 bis 20 Jahre) habe der Afghane, so Staatsanwältin Eva Pachernigg, zwischen Juni 2010 und April 2011 betäubt und anschließend vergewaltigt.

In allen vier Fällen waren anfangs Alkohol und Cannabis im Spiel. Prompt wurde den Mädchen übel, sie waren benommen und "konnten sich nicht mehr bewegen. Offenkundig K.o.-Tropfen", schildert Pachernigg. Zwei der Opfer erzählten sich später von ihrem Leid und wollten den Arbeiter überführen. Mit einer Bierflasche aus der Wohnung des Angeklagten gingen sie zur Polizei: Spuren von K.o.-Tropfen fand man aber nicht. Erst die Mutter des vierten mutmaßlichen Opfers brachte den Fall ins Rollen. Der Nachweis für K.o.-Tropfen ist bislang nicht erbracht.

"Es hat tatsächlich Cannabis gegeben - unentgeltlich", gibt Verteidigerin Christine Lanschützer zu. Missbraucht hätte ihr Mandant aber niemanden. "Er wäre der erste Vergewaltiger, zu dem die Opfer freiwillig wiederkommen." Die Frauen hätten sich gegenseitig aufgeschaukelt und der Polizei die Drogen verheimlicht. "Die haben es wild getrieben", meint die Verteidigerin. Ja, die Frauen haben beim Angeklagten übernachtet - "Man geht nicht stockbesoffen zur Mama" - und mit ihm geschlafen. Aus Verteidigersicht freiwillig.

Die Verhandlung wird letztlich vertagt, um weitere Zeugen zu hören. Gefragt ist auch die Sicht eines Gutachters.

THOMAS ROSSACHER

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