Neue Matura mit Tücken
Ab 2014 wird die Zentralmatura eingeführt. Kritiker halten das vor allem bei Mathematik und Deutsch für zu früh. Doch nicht alle sehen das so.

Foto © lightpoet - Fotolia.comOrdentlich büffeln für die Mathematik-Aufgaben. Für die geplante Einführung der Zentralmatura fordern Kritiker mehr Zeit
Die Stimmen gegen die Einführung der Zentralmatura in Österreich sind lauter geworden. Erst vor Kurzem hat ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon seiner SPÖ-Verhandlungspartnerin, Bildungsministerin Claudia Schmied, via Medien ausrichten lassen, man möge den Start um ein Jahr verschieben. Amon sieht gravierende Probleme bei der Deutsch- und Mathematikmatura. Kern der neuen Reifeprüfung sind einheitliche schriftliche Aufgaben in Deutsch, Mathematik und einer lebenden Fremdsprache.
An diesen Aufgaben arbeitet das Institut für Bildungsforschung (Bifie) in Salzburg. Stefan Siller, der hier seit 1. Oktober den Projektteil Mathematik für die allgemeinbildenden höheren Schulen leitet, kann Amons Kritik nicht nachvollziehen. "Schüler können sich darauf verlassen, dass nichts anderes kommt, als im Lehrplan steht", sagt er. Das habe eine neue Unterrichtskultur - mit Fokus auf Grundkompetenzen - zur Folge, sei aber nichts völlig Neues. "Der Zeitplan ist mit Niveau machbar", sagt Siller.
Der Steirer Karl Fuchs sitzt im Bifie-Entwicklungsteam für die Zentralmatura für die berufsbildenden höheren Schulen. "Voraussetzung für die Zentralmatura sind die Bildungsstandards", sagt er. "Für diese braucht es eine völlig neue Art des Mathematikunterrichts". Es gehe nicht nur ums Rechnen, sondern um Modellieren, Dokumentieren, Kommentieren und Interpretieren.
Erste Feldtests
"Wir sind schon sehr weit in der Entwicklung der Aufgaben", sagt Fuchs. "Die Zentralmatura wird aber nur klappen, wenn vorher auch entsprechend unterrichtet wird." Feldtests über den Stoff der fünften und sechsten Klasse hat es für die Mathematikmatura in Österreich schon gegeben. Die Schüler schnitten dabei relativ schlecht ab. Laut Bifie ging es in erster Linie darum, die Aufgabenstellungen zu testen, nicht die Schüler. Bei diesen ersten Testungen war laut Siller aber nur eine sehr kleine Teilmenge an Schülern beteiligt. Im Oktober wird wieder getestet.
Während es für die Fremdsprachen schon großflächige Schulversuche gibt, laufen diese für Mathematik erst seit diesem Schuljahr (für Deutsch ab dem nächsten). 14 Pilotschulen in Österreich werden den Maturanten dann standardisierte Aufgaben stellen. Als einzige steirische nimmt die Neue Mittelschule, BG/BRG Klusemann in Graz daran teil. Direktor Klaus Tasch befürwortet die neue Matura. "Es geht uns sehr gut damit", sagt er. Die Lehrer und Schüler müssen sich umstellen, aber eine neue Mathematik sei das nicht.
"Man konzentriert sich auf die Grundkompetenzen. Es wird jetzt sogar weniger verlangt, das dafür gründlicher, und es wird alles öfter wiederholt", so Tasch. Das trage zur Allgemeinbildung bei. Auch am kommenden Schulversuch für Deutsch will die Schule teilnehmen.
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Der Start der Zentralmatura ist ab 2014 an allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) und ab 2015 an berufsbildenden höheren Schulen (BHS) geplant.
Bei den Pilotversuchen in Englisch schnitten die Schüler ähnlich bis besser als früher ab. 88 Prozent der Gymnasien waren an der Testphase beteiligt.














