Konflikte um Besuchsrecht ufern aus
Lauter Protest kommt nach Umweltanwältin Ute Pöllinger nun auch von der Kinder- und Jugendanwaltschaft: "Fälle werden immer extremer". Kritik am Sparkurs des Landes.

Foto © FuchsKinder- und Jugendanwältin Brigitte Pörsc
Das Land hat die steirischen Ombudsstellen und Anwaltschaften im Fadenkreuz: Die Kosten sollen gesenkt werden. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit wird ebenso gestellt.
Lauter Protest kommt nach Umweltanwältin Ute Pöllinger nun auch von Kinder- und Jugendanwältin Brigitte Pörsch. Da wie dort sind die Budgets gekürzt worden. Ein weiteres Sparpaket vor Augen, fragt man sich, ob und wie die Ombudsstellen mittelfristig weitermachen sollen. Den Auftrag, in der Verwaltung zu sparen, empfindet Pörsch als Hohn. "Für die Kinder- und Jugendanwaltschaft gibt es eine einzige Sekretärin. Wo soll ich da sparen?" Man könne längst nicht mehr alle Aufgaben erfüllen.
835 Fälle hat man im Vorjahr bearbeitet. 105 davon im Jugendwohlfahrtsbereich, wo es zu Zwangsmaßnahmen wie der "Kindesabnahme" gekommen ist. "Die Fälle werden immer extremer und komplexer", schildert Pörsch. In der Praxis könne man häufig nur Feuerwehr spielen. Also zu vermitteln versuchen, wenn etwa Geschwister getrennt werden oder Elternteile nicht in der Lage sind, die Kinder zu besuchen. Der Kampf ums Kind, so die Expertin, werde härter. Vor großen Aufgaben stehe man außerdem bei Themen wie Gewalt in der Schule und Mobbing.
Doch Pörsch und Mitarbeiter wollten "nicht reagieren, sondern agieren". Ein entsprechendes Pilotprojekt zur Fortbildung und Vernetzung diverser Stellen (Gericht, Sozialarbeit und so weiter) verstaubt jedoch bei den politischen Stellen. "Wir werden zwar durchaus gehört, aber es gibt keine Reaktion", wird die Jugendanwältin ungeduldig.
Ihre Klientel muss sich ebenso in Geduld üben: Zwischen vier und sechs Wochen macht die Wartezeit aus, so Pörsch.














