Grazer Arbeitspsychologen für bessere "Pausenkultur"
Eine bessere "Pausenkultur" wird nach Ansicht von Grazer Arbeitspsychologen immer wichtiger für die Prävention von Krankheiten und Frühpensionen. Sie untersuchen, wie man Arbeitspausen am besten verbringt, aber auch, wie die Arbeitswelt gestaltet sein sollte, damit sich auch ältere Mitarbeiter ihre Leistungsfähigkeit und Motivation behalten.

Foto © APA | Sujet
Statistischen Berechnungen zufolge werde es in den EU-Staaten bis 2025 doppelt so viele Erwerbstätige im Alter über 50 als unter 50-jährige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geben. Allerdings sei auch zu erkennen, dass viele Arbeitnehmer schon vor dem gesetzlichen Pensionsalter ausscheiden und Frühpensionierung zur betrieblichen Verjüngung genutzt wird. Univ.-Prof. Wolfgang Kallus und seine Kollegin Kerstin Eibel suchen daher nach Wegen, wie man die Leistungsfähigkeit insbesondere von älteren Arbeitnehmern möglichst lange erhalten kann.
In ihren jüngsten Studien u.a. im Auftrag der Arbeiterkammer (AK) haben sie Erholungsprozesse in Arbeitspausen und ihre Effekte untersucht. Neben einer Fragebogenerhebung zur Situation älterer Arbeitnehmer standen die Fragen, wie die Leistungsfähigkeit mit dem Alter zusammenhängt und wie sich die jeweilige Pausengestaltung auf die Leistung und das geistige und körperliche Wohlbefinden auswirkt, im Mittelpunkt.
Wolfgang Kallus vom Institut für Psychologie der Uni Graz:
"Pausen gehören als zentraler Faktor zur Leistungsfähigkeit dazu".
"Je stärker der Stress, umso kleiner ist die Tendenz, Pausen zu machen", resümieren Kallus und Eibel das Ergebnis. Generell hätten die Probanden dazu geneigt, viel zu spät eine Auszeit zu nehmen. "Rechtzeitig, lang genug und oft genug", seien jedoch die wesentlichsten Erfordernisse für eine erfolgreiche Regeneration.
Besonders wichtig sei es, die Tagesarbeit grundsätzlich so zu organisieren, dass die Regenerationsphasen zur Selbstverständlichkeit werden. Was die Untersuchungen noch zeigten: Nach einer Entspannungsphase ist man nicht automatisch konzentrierter bei der Sache. "Besonders bei älteren Personen ist nach einer Pause die Reaktionszeit deutlich länger als davor", so die beiden Arbeitspsychologen. Erste Tests hätten gezeigt, dass eine kurze Re-Orientierungsphase am Ende der Pause helfe, sich mental wieder auf die Aufgabe einzustellen. So sei etwa eine kleine Einheit mit leichter Gymnastik zu empfehlen.
















