Sarrazin ließ die Wogen hochgehen
In den eigenen Reihen war Gastgeber Fritz Grillitsch unter Druck geraten - ausgegangen war der Protest aber von den Sozialpartnern. Grillitsch selbst findet "nichts dabei, dass man sich mit Leuten wie Sarrazin auseinandersetzt".

Foto © FuchsThilo Sarrazin war in Graz
Nicht erst die bemerkenswerte Phalanx der Freiheitlichen in den ersten Reihen hatte ÖVP-intern die Diskussion darüber aufflammen lassen, ob es klug war vom steirischen Bauernbund und seinem Präsidenten Fritz Grillitsch, den polarisierenden Berliner Ex-Senator Thilo Sarrazin nach Graz einzuladen.
Dabei kam der Anstoß für diese Diskussion von außen: Insbesondere die Sozialpartner, allen voran AK-Präsident Fritz Tumpel und ÖGB-Präsident Erich Foglar, hatten dem Bauernbund auf die Finger geklopft. Nachdem man Schulter an Schulter zum Beispiel mit der Rot-Weiß-Rot-Card, die den Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt für Nicht-EU-Bürger regelt, für eine Entkrampfung der Anti-Ausländer-Stimmung gesorgt hatte, kam wenig Freude darüber auf, dass nun "wieder von außen hineingezündelt wird", wie es ein steirischer Bauernbündler, bei dem besorgt nachgefragt wurde, formuliert.
Innerhalb des Bauernbundes waren es vor allem die Niederösterreicher, die Grillitsch unverhohlen mitteilten, dass sie wenig Freude mit ihm und dieser Aktivität für das "Forum Land" haben, das vom gesamten Bauernbund getragen wird.
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Nachdem die Veranstaltung vorbei ist, wird der Ball jetzt wieder flacher gehalten. Landwirtschaftskammerpräsident Gerhard Wlodkowski macht Grillitsch die Mauer und findet "nichts dabei, dass man sich mit Leuten wie Sarrazin auseinandersetzt" und sich nicht nur mit sich selbst beschäftigt. "Wir wollen uns ja breiter aufstellen, gerade mit dem Forum Land, um den ländlichen Raum als Gesamtes anzusprechen und so auch für unsere Anliegen zu interessieren."
ÖVP-Klubobmann Christopher Drexler tut es nachgerade leid, dass der Termin mit der dritten steirischen Bürgermeisterkonferenz kollidierte. "Sonst wäre ich da sicher hingegangen, das war eine der gravierendsten Veranstaltungen, die sich an die Diskussion über das Buch von Sarrazin ,Deutschland schafft sich ab' angeschlossen hat."



















