Meister Sturm Graz hat Punkte "dringend nötig"
Meister Sturm peilt im Europa-League-Duell zweier punkteloser Teams mit AEK Athen drei Punkte an. Dudic, Feldhofer, Muratovic und Säumel kehren nach Verletzungen ins Team zurück. Trainer Foda ortet Schwächen in der griechischen Defensive.

Foto © GEPAKönnen die "Blackies" in Athen jubeln?
Österreichs Fußball-Meister SK Sturm Graz hat den Aufstieg in der Europa-League-Gruppe L weiter voll im Visier. Nach der 1:2-Heimniederlage gegen Lok Moskau zum Auftakt der Gruppenphase heißt es für die Schützlinge von Chefcoach Franco Foda am Donnerstag (19.00 Uhr MESZ/live Sky) im Duell zweier punkteloser Teams mit AEK Athen nun aber wohl schon "verlieren verboten".
Quartett meldet sich fit zurück
Dessen sind sich auch die Spieler bewusst. "Wenn man auf die Tabelle schaut sieht man, dass wir dringend Punkte benötigen", sagte Jürgen Säumel, der sich rechtzeitig wieder fit gemeldet hat. Der Ex-Sturm-Kapitän ist aber nicht der einzige Rückkehrer, auch die beiden Innenverteidiger Milan Dudic und Ferdinand Feldhofer sowie Samir Muratovic haben ihre Verletzungen überwunden und sind wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.
"Es ist gut, dass Spieler zurückkommen. Ob es schon für einen Einsatz reicht, werden die letzten zwei Trainings zeigen", hielt sich Foda aufstellungstechnisch noch bedeckt. Dudic und Säumel dürften wegen ihrer Erfahrung wohl anstelle der Youngsters Neuhold und Stangl beginnen.
Die Grazer flogen aufgrund eines für Mittwoch angekündigten Fluglotsen-Streiks bereits am Dienstagnachmittag mit einer Chartermaschine der Carpat-Air (Moldawien) nach Athen und konnten sich daher noch intensiver auf die zweite Gruppen-Partie vorbereiten. "Das passt mir ganz gut hinein. Es ist für die Mannschaft gut, dass sie wieder einmal vier Tage zusammen ist", meinte der Sturm-Trainer. Ende März hatten die Steirer in der Türkei an einem Einladungs-Turnier teilgenommen und dabei ein Kurztrainingslager absolviert. "Damals ist es dann für uns gut gelaufen, vielleicht bekommen wir wie damals einen Schub", war Foda optimistisch.
Foda: "AEK mit Schwächen in der Defensive"
Dem vom Spanier Manuel Jimenez betreuten Gegner haben die Grazer wie schon vor dem ersten Spiel nicht persönlich vor Ort auf die Beine geschaut. Dafür wurde eine DVD von Athens 0:3-Niederlage zuletzt gegen PAOK Saloniki genauestens analysiert. "Sie haben eine sehr spielstarke Mannschaft mit guten Stürmern. Wir sind gewarnt", sagte Foda. Den Ex-Barcelona-Stürmer Eidur Gudjohnsen gilt es genauso wie den Brasilianer Leonardo in den Griff zu bekommen. Griechenlands Cupsieger setzte zuletzt auf ein 4-4-2- oder 4-3-3-System, auf beide Varianten sind die Grazer vorbereitet.
"Sie sind gefährlich, haben aber auch Schwächen in der Defensive, die wir versuchen werden zu nützen", gab Foda die Marschroute vor. Im Vergleich zur 1:2-Auswärtsniederlage gegen die Austria am Sonntag gelte es im Torabschluss zielstrebiger zu sein und in der Defensive die Konzentration 90 und nicht wie in der Generali-Arena nur 80 Minuten aufrecht zu erhalten. "Dann glaube ich, dass wir punkten oder siegen können. Wir haben die Möglichkeit in Athen etwas zu bewegen", betonte Foda, der verletzungsbedingt nun "nur" mehr auf Gratzei, Kienast, Koch, Hölzl und seinen Sohn Sandro verzichten muss.
Noch Rechnung mit Athen offen
Auf eine Überraschung hoffte auch Säumel, der nach vier Wochen Individualtraining auf einen Einsatz brennt. "Wir dürfen nur wenig zulassen und müssen versuchen, die Kontermöglichkeiten besser auszuspielen als in Wien. AEK ist eine Traditionsmannschaft und Favorit, wir wollen aber in Europa für Furore sorgen", sagte der Mittelfeldspieler vor Sturms 50. Partie in der Europa League (plus UEFA-Cup).
Die Grazer haben mit Athen noch eine Rechnung offen, hatten sie doch in der Europa-League-Saison 2009 zweimal gegen Panathinaikos mit 0:1 verloren. Coach Foda und Stürmer-Routinier Mario Haas waren zudem auch schon bei Sturms Ausscheiden in der zweiten Runde des damaligen Europacups der Cupsieger 1997 gegen AEK dabei. Damals (23. Oktober) hatte es auswärts eine 0:2-Niederlage gesetzt, ein Heim-1:0 war in der Folge zu wenig. Die Statistik spricht gegen einen Auswärtssieg, warten die Foda-Schützlinge doch schon seit acht Europacup-Auswärtsspielen (seit dem 1:0 bei Metalist Charkiw am 27. August 2009) auf einen vollen Erfolg.










