"Punk Rock": Beklemmendes Schülerdrama
Mit "Punk Rock" haben Studierende der Grazer Kunstuniversität ein Drama um ein paar Schüler gekonnt auf die Probebühne des Grazer Schauspielhauses gebracht.
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Das Stück des englischen Erfolgs-Dramatikers Simon Stephens, das am Sonntagabend Premiere hatte, gibt einen Einblick in die Ängste, Zwänge und Vorstellungen von sieben Jugendlichen, die kurz vor ihrem Abschluss stehen. Regisseur Stefan Behrendt setzte das beklemmende Drama unaufdringlich, aber wirkungsvoll um.
"Punk Rock" spielt in einer Oberstufenbibliothek, wo sich vier Burschen und drei Mädchen im Laufe von einigen Monaten immer wieder treffen. Durch Gespräche entstehen nach und nach ganze Charaktere, die Figuren entwickeln sich auch ohne große Aktionen in den Dialogen. Oft sind es nur Andeutungen, kurze Einwürfe, kleine Handlungen, die etwas anzeigen, was hinter der Fassade aus Leistung und gespielter Gleichgültigkeit steckt. Den Druck, unter dem die Schüler stehen, geben sie weiter und scheitern doch immer wieder an sich selbst.
Ausgezeichnete Schauspieler
Die Schauspielschüler machen ihre Sache ausgezeichnet, die einleitenden Worte über die Ausbildung hätte es nicht gebraucht, sie können durchaus schon bestehen. Auch wenn man noch manche Unsicherheiten merkt, zeigt sich bei einigen schon, dass sie ihre Rollen mit eigener Persönlichkeit erfüllen können. Ferdinand Seebacher hat als William viele Möglichkeiten und entwickelt die Figur glaubhaft vom harmlosen Spinner bis zum eiskalten Psychopathen. Als seine einzige Vertraute Lilly zeigt Josephine Mayer die Unentschlossenheit einer jungen Frau, die sich noch nicht traut, ihren Weg zu gehen, sich selbst verletzt, daneben aber auch immer wieder Stärke aufblitzen lässt. Jaan Luca Schaub zeigt eine verspottete, von düsteren Gedanken beherrschte Gestalt, wobei hinter der Witzfigur unvermittelt eine ruhige Kraft - und sehr viel Bühnenpotenzial - sichtbar wird.
Eine quirlig-hübsche Cissy, die unter der glatten Oberfläche von Versagensängsten gequält wird, stellt Katharina Paul auf die Bühne, während Fabian Schiffkorn (Bennett) seine Angst vor der eigenen Homosexualität hinter dumpfem Machogehabe verbirgt. Magdalena Pircher als scheue Tanya, Julius Robin Weigl (Nicholas) als wenig eigenständiger Mitläufer und Friederike Majerczyk (Dr. Harvey/Lilly) ergänzen das ambitionierte Ensemble.



















