Reden wir über das beste Lied
"Time to get ready for love": ein (fast) musikfreier Abend voller Popsongs.

Foto © Johannes Gellner
GRAZ. Reden Männer über Musik, mutiert die oft zum Transportmittel für Selbstbilder, Einsichten, Image. Das funktioniert auch, wenn man Songtexte bloß nachspricht. "Time to get ready for love", eine herbst-Produktion des TiB, demonstriert das. Wenigstens eine halbe Stunde und einige schöne Momente lang.
Schmerzhaft schön und banal
Auf der Bühne des Grazer Orpheums: Vier satinglänzende Herren, zwei Tische, vier Barhocker, ein Whiteboard, eine Kiste Bier (Ausstattung: Johanna Hierzegger). Versuchsanordnung: Songtexte ins Publikum zu sprechen, die man per Kopfhörer zeitgleich ins Ohr gesungen bekommt. Das entrückt den Sprecher und enthüllt das so schmerzhaft Schöne wie Banale an Songtexten von Dolly Partons "Here You Come Again" bis zu Bill Wither's "Use Me". Weil der Abend auch ein Spiel mit Männerrollen sein soll, geht es natürlich immer um den besten Song: zum 50. Geburtstag, um eine Frau zu kränken, für den One Night Stand mit dem Chef.
Dazwischen wird ein wenig getanzt; aber Regisseur Robin Arthur ("Forced Entertainment"), lässt Jacob Banigan, Ed. Hauswirth, Lorenz Kabas, Rupert Lehofer nur minimal interagieren, was den Unterhaltungswert des Abends auf Dauer dann doch auf den Spaßlevel alkoholinduzierter Gesellschaftsspiele auf überlangen Partys herunterfährt. Schönster Moment des Abends: Wenn am Ende Lorenz Kabas Ella Fitzgeralds Version von Cole Portes "Ev'ry Time We Say Goodbye" vorträgt, hört man die Musik aus dem gesprochenen Wort. Und trägt nachher den Song noch eine halbe Stunde durch die Stadt.
Theater im Bahnhof: Time to get ready for love
Theater im Bahnhof: Time to get ready for love from herbst remixed on Vimeo.














