Energie Steiermark: Vorstandschef Kois geht
Der Vorstandssprecher des Landesenergieversorgers Energie Steiermark AG, Oswin Kois, wird seine Funktion aus gesundheitlichen Gründen zurücklegen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Rücktritt soll mit Ende des ersten Quartals 2012 schlagend werden.

Foto © KanizajOswin Kois tritt zurück
Der Vorstandssprecher des steirischen Landesenergieversorgers, Oswin Kois, zieht sich aus seiner Funktion bis Ende März 2012 aus "gesundheitlichen Gründen" aus seiner Funktion zurück. Nähere Angaben dazu wurden seitens des Unternehmens nicht gemacht. Kois habe seine Entscheidung in der Aufsichtsratssitzung der Energie Steiermark am Donnerstag bekanntgegeben. Kois steht seit Anfang August 2009 an der Spitze der Energie Steiermark. Ein Nachfolger steht noch nicht fest, der Posten müsste neu ausgeschrieben werden.
Die Rückzugsankündigung von Kois (60) fiel mit der Bekanntgabe des Ausscheidens von Aufsichtsratschef Peter Schachner-Blazizek zusammen: Die steirische Landesregierung hatte am Donnerstag zu Mittag verkündet, dass Schachner-Blazizek sich zurückziehen werde. In der Hauptversammlung Anfang Dezember soll der frühere Voest-Bahnsysteme-Vorstand Josef Mülner zu seinem Nachfolger gekürt werden. Kois war von 1992 bis 1996 Büroleiter Schachners in dessen Funktion als Landeshauptmannstellvertreter gewesen.
13 Jahre Vorstandsfunktionen
Kois war mehr als 13 Jahre lang in unterschiedlichen Vorstandsfunktionen im Energiebereich tätig - u.a. in der Steweag und der Verbund Austrian Thermal Power (ATP). Seine jetzige Funktion wird er dem Unternehmen zufolge mit dem Abschluss der Bilanz 2011 beenden. Kois studierte Rechtswissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz, 1976 promovierte er zum Doktor der Rechtswissenschaften. Nach dem Gerichtsjahr in Graz war er 1977 in den Landesdienst eingetreten. Im Juni 1996 wurde er in den Vorstand der Steweag geholt, wo er für Finanz- und Rechnungswesen, Controlling sowie Personalangelegenheiten verantwortlich war.
Im Februar 2002 wurde er Geschäftsführer der Verbund-Austrian Thermal Power (ATP), mit 1. August 2009 wechselte Kois in die Energie Steiermark AG, wo er als Sprecher des Vorstandes für die Ressorts Finanzen, Controlling, Personal, Recht, Netze (Strom, Gas, Wärme), Infrastrukturmanagement, Materialwirtschaft und Kommunikation verantwortlich ist. Sein Vorstandskollege Olaf Kieser (45) war früher bei der deutschen EnBW und wechselte zeitgleich mit Kois in die Energie Steiermark AG.
Nach der überraschenden Ankündigung des Rückzugs muss nun die Vorstandsstelle neu ausgeschrieben werden. Am Donnerstag herrschte in politischen Kreisen einiges Rätselraten, ob es noch andere Rücktrittsgründe geben könnte. Das von Energie Steiermark gemeinsam mit der Verbundgesellschaft projektierte Kraftwerk in Graz-Puntigam - ein Zankapfel zwischen Umweltschützern und Energiewirtschaft im Großraum Graz - dürfte es nicht sein, denn SPÖ und ÖVP - sowohl im Rathaus als auch auf Landesebene - stehen hinter dem Vorhaben.
Murkraftwerk Puntigam
Die Grazer KPÖ-Stadträtin Elke Kahr erklärte in einer Reaktion, die Rücktritte von Schachner-Blazizek und Kois gäben einer neuen Spitze der Energie Steiermark die Möglichkeit, das Murkraftwerk Puntigam zu stoppen. Deshalb unterstütze man auch die überparteiliche Initiative "Rettet die Mur" und sammle Unterschriften für die Einleitung einer Volksbefragung über dieses Thema.
















