Ein lebenslanger Kampf
Weltklassegeiger Frank Peter Zimmermann eröffnet mit Beethovens Violinkonzert die 197. Konzertsaison des Musikvereins für Steiermark.

Foto © APAErstmals in Graz: Der deutsche Stargeiger Frank Peter Zimmermann spielt Beethovens Violinkonzert
W arum haben Sie bisher einen Bogen um Graz gemacht?
FRANK PETER ZIMMERMANN: Ich weiß nicht, warum das nie geklappt hat. Sehr viele Kollegen haben mir begeistert von der Akustik des Stephaniensaals berichtet.
In Graz spielen Sie Beethovens Violinkonzert. Hat sich Ihre Interpretation seit Ihrer Aufnahme vom November 1987 verändert?
ZIMMERMANN: Nach über 200 Aufführungen mit allen möglichen Dirigenten hat sie sich gewaltig verändert. Ich habe immer wieder an dem Stück herumgeackert. Das ist doch der Mount Everest aller Violinkonzerte, mit dem man sein ganzes Leben kämpft.
Bei Ihrer EMI-Aufnahme haben Sie Fritz Kreislers Kadenzen gespielt. Tun Sie das immer noch?
ZIMMERMANN: In den neunziger Jahren habe ich die verschiedensten Kadenzen gewählt, aber seitdem ich eine der Stradivaris von Fritz Kreisler spiele, bevorzuge ich wieder seine Kadenzen.
Welche Geige ist das?
ZIMMERMANN: Seit 2001 spiele ich die Stradivari "Lady Inchiquin" aus dem Jahr 1711, die der Westdeutschen Landesbank gehört.
Sie haben mit 21 Jahren begonnen, für EMI aufzunehmen. Wie wichtig war die Unterstützung durch eine große Plattenfirma?
ZIMMERMANN: Ich hatte wirklich großes Glück, obwohl ich einiges zu früh aufgenommen habe. Bis in die späten neunziger Jahre durfte ich alles machen, was ich wollte, egal, ob es sich für die Firma rentiert hat oder nicht.
Warum ging die Partnerschaft mit EMI nach 11 Jahren zu Ende?
ZIMMERMANN: Ich wollte mich in keine Image-Kiste packen lassen und keine Cross-over-Geschichten machen.
Warum haben Sie nie eine Professur angenommen?
ZIMMERMANN: Die wenige freie Zeit, die mir bleibt, muss ich bei meiner Familie sein.













