Nach Stichattacke: 17-Jähriger außer Lebensgefahr
Keinen Hinweis auf Täter oder Motiv gibt es nach der Attacke auf einen 17-Jährigen in Graz. Er war vor einem Supermarkt niedergestochen worden. Einer der drei Stiche verfehlte das Herz nur knapp.

Foto © KLZ I ScheriauSujetbild
Ich bin vom Einkaufen nach Hause gegangen. Da habe ich gesehen, wie zwei vor den Einkaufswagerln am Billa-Parkplatz rangeln. Ich habe mir nur gedacht, was tun die da?", schildert Alois Puntigam (62). Als der gehbehinderte Pensionist in seiner Wohnung in der Alten Poststraße ankam, sah er vom Fenster aus, wie Bernhard F. (17) blutüberströmt auf dem Parkplatz lag - von einem Unbekannten niedergestochen. Ein weiterer Zeuge alarmierte bereits die Einsatzkräfte.
Vom Täter angesprochen
Auf Höhe der Bodenfeldgasse hatte der Täter den 17-Jährigen und seine Freundin (16) kurz nach 19 Uhr angesprochen. "Belästigt dich der?", soll der Unbekannte das Mädchen mehrmals gefragt haben. "Nein", antwortete die 16-Jährige, schließlich war ihr Begleiter ja ihr Freund. Die beiden gingen weiter, der Verfolger ließ aber nicht von ihnen ab.
"Immer wieder hat er das Paar angesprochen. Auf der Höhe vom Billa haben die beiden die Straßenseite gewechselt, um den Verfolger abzuschütteln", sagt Peter Neubauer von der Mordgruppe des Landeskriminalamtes. Doch der Unbekannte folgte dem Pärchen und attackierte den 17-Jährigen auf dem Gehsteig der Alten Poststraße von hinten.
"Weil die beiden Hand in Hand gegangen sind, ist das Mädchen bei dem Angriff gestürzt. Wahrscheinlich hat der Täter dem Opfer gleich bei der ersten Attacke einen Stich in den Rücken zugefügt", sagt Ermittler Andreas Dirnberger. Dem schwer verletzten 17-Jährigen gelang es zwar, kurz zu flüchten, allerdings startete der Angreifer vor dem Geschäft eine zweite Attacke und stach Bernhard F. einmal in den Rücken und in die Brust. Danach rannte der rund 25-jährige Täter, der 180 bis 185 cm groß und schlank war, davon. Der 17-Jährige, der eine Herzbeutelverletzung erlitten hat, wurde am Samstag operiert und ist außer Lebensgefahr. Womit der Täter zugestochen hat, ist ebenso unklar wie das Motiv des schwarzhaarigen Angreifers, der ein Einheimischer sein dürfte.
"Wir gehen davon aus, dass sich bei Weitem noch nicht alle Personen bei uns gemeldet haben, die auf dem Billa-Parkplatz verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben", betont Dirnberger. Zeugen sollen sich beim Journaldienst des Landeskriminalamtes, Tel. 0 59 133 60-33 33, melden.

















