Hypo-Steiermark-Prozess in Graz fortgesetzt
Im Straflandesgericht ist der Prozess rund um die Leasing-Affäre der Hypo-Steiermark fortgesetzt worden. Nach wie vor kein gibt es kein Geständnis der Beschuldigten.
1 / 14
Am Freitag ist im Grazer Straflandesgericht der Prozess rund um die Leasing-Affäre der Hypo-Steiermark fortgesetzt worden. Ein Ex-Manager und ein früherer Prokurist mussten sich bereits ein Jahr lang wegen riskanter Süd-Ost-Geschäfte verantworten, bevor das Verfahren gegen den Prokuristen ausgeschieden und der Ex-Manager für einen Teil der Anklagepunkte nicht rechtskräftig zu acht Jahren Haft verurteilt wurde. Nun müssen sich beide erneut verantworten, diesmal geht es um rund 18 Mio. Euro Schaden.
Im Großen Schwurgerichtssaal fand sich erneut jene Runde ein, die bereits ein Jahr lang die Hypo-Geschichte von allen Seiten beleuchtet hat. Richter Helmut Wlasak hatte diesmal nach amerikanischem Vorbild einen großen Holzhammer dabei, als "Glücksbringer", wie er meinte. Das Glück war den beiden Angeklagten zumindest an diesem Tag nicht hold, waren doch die beiden Zeugen nicht erschienen, außerdem kündigte der Richter gleich neun weitere Verhandlungstage an.
Neuer Staatsanwalt
Staatsanwalt Christian Kroschl war der einzige Neue in dem vertrauten Kreis, und er rollte auch gleich die ganze Sache fein säuberlich von Anfang an auf. Da war wieder die Rede von den Leasinggeschäften der Hypo-Steiermark in Kroatien und Bosnien, und von den sogenannten Vermittlern, die die Geschäfte einfädelten und dafür hohe Provisionen kassiert hatten. Die beiden Angeklagten hätten aber verabsäumt, die Leasingtauglichkeit ihrer Kunden zu prüfen, so der Ankläger: "Das war ein kaufmännischer Blindflug". Zusammen sollen die Angeklagten seiner Meinung nach einen Schaden von rund 18 Mio. Euro verursacht haben. Dazu kommen noch 31,3 Mio. Euro, für die der Ex-Manager bereits nicht rechtskräftig schuldig gesprochen worden ist.
Verteidiger Harald Christandl gab zu bedenken, dass "78 Prozent der Anträge, die angeklagt sind, nicht von den Beschuldigten entschieden worden sind." Er zielte damit in Richtung damaligen Hypo-Vorstand, gegen den derzeit Ermittlungen laufen, ebenso gegen die kroatischen Vermittler. Christandl beantragte, das Verfahren zu unterbrechen, bis es eine Entscheidung darüber gebe, ob weitere Personen angeklagt werden oder nicht. Alles andere wäre seiner Meinung nach unökonomisch. "Hier wird Geld vernichtet, das ist unglaublich", meinte er in Hinblick auf die lange Verfahrensdauer. Doch der Richter lehnte ab und vertagte auf 12. Oktober.



















