Jörg-Martin Willnauer im Theatercafe Graz
Diätdozent Jörg-Martin Willnauer wettert gegen die Kultur des Mästens.
GRAZ. "Bei Wilhelm Busch war der Reiche dick und der Arme dünn. Heute ist es umgekehrt. Die Parameter haben sich verschoben." Nach Jörg-Martin Willnauers politischem Desaster beim "Ausflug ins Grüne" meldet sich der Pastorensohn, der am 26. Oktober seinen "30. Geburtstag feiert als Grazer", zurück auf der Bühne.
Im Gepäck jede Menge politische Munition gegen die Bewohner der Butterseite, die nicht einmal wissen, "wie Margarine aussieht". Zwar immer noch näher bei Georg Kreisler als bei Abraham a Sancta Clara, scheint doch einiges aus dem geplanten Arbeitsprogramm für den Landtag nun in die Predigt von der Kabarettkanzel geflossen zu sein. Und Österreich als Land ohne "Selbstreinigungskraft", dafür gesegnet mit den Sedativa der "Dreifaltigkeit Alkohol, Zucker, Fernsehen" und einem alle vereinenden Piefke-Schleim bekommt reichlich Fett ab.
Nicht ohne melancholische Traurigkeit, wenn Willnauer in "Was ess' ich, wenn ich satt bin?!" als einzige Nation zwar nicht wie bei Nestroy die Resignation, dafür halt die Inkarnation besingt.
Was ess' ich, wenn ich satt bin?! Von und mit Jörg-Martin Willnauer. Hin & Wider im Theatercafe, Mandellstraße 11, Graz: 9., 10., 13. bis 17. 9. (20 Uhr). Karten: Tel. (0316) 82 53 65.















