Giftpflanze am neuen Spielplatz
Aufregung im Lessingpark: Neben Kinderspielplatz steht giftige Eibe. Stadt Graz und Ärzte beruhigen.

Foto © FuchsVerlockend rote Früchte, aber giftig: Eltern sind besorgt wegen der Eibe direkt neben dem Kinderspielplatz im Lessingpark
Der neu gestaltete Lessingpark erlebt einen holprigen Start: Zuerst wurde auf die Barrierefreiheit vergessen, was nicht nur Rollstuhlfahrer, sondern auch Eltern mit Kinderwagen auf die Palme brachte. Kaum ist das bereinigt, steht der nächste Ärger ins Haus: Direkt neben dem neuen Spielplatz steht eine hochgiftige Eibe.
"Der ganze Boden ist voll mit den roten Früchten", ärgert sich eine Mutter. Früchte, deren Kerne hochgiftig sind. "Was wir nicht verstehen: Der Spielplatz ist erst verlegt worden - und jetzt sind erst wieder überall Eiben", so besorgte Eltern.
Harmloses Fruchtfleisch
"Wir haben erst jüngst so einen Fall mit einer Eibe gehabt", erzählt Wilhelm Müller, Vorstand der Kinderklinik am LKH. "Aber da ist zum Glück nichts passiert."
Generell versuchen die Ärzte, zu beruhigen. Denn auch in der Vergiftungszentrale in Wien gibt man Entwarnung: "Das Fruchtfleisch ist ja harmlos. Das heißt, ein Kind müsste schon einen ganzen Haufen Früchte essen und die Kerne dabei regelrecht zerbeißen." In der Vergiftungszentrale sind jedenfalls keine Fälle in Österreich bekannt, wo Kinder durch Eiben vergiftet worden wären.
Daher will man auch in der Stadt "die Kirche im Dorf lassen", wie es Robert Wiener formuliert. Der Leiter der Grünraum-Abteilung verweist darauf, dass in vielen Grazer Parks Eiben stehen. "Die Alternative kann ja nicht sein, die Bäume einfach umzuholzen." Und die Eibe sei nicht die einzige giftige Pflanze: "Ganz Graz ist voll mit Forsythien, Flieder und Oleander."
Tatsächlich habe man im Zuge der Generalsanierung des Parks im Juli den Spielplatz versetzt, "um das Problem zu entschärfen", so Wiener. Das Fazit aus seiner Sicht: "Die Eltern müssen eben aufpassen, was ihre Kinder in den Mund stecken."

















