Spektakuläre Starts der Postrakete
Zum Jubiläum "80 Jahre Postrakete" startet morgen in Semriach eine Postrakete in Gedenken an Raketenpionier Friedrich Schmiedl. Mit Briefen geht es 500 Meter hoch in die Lüfte.

Foto © PrivatEin Nachbau von Schmiedls "Postrakete" ist in Semriach auch zu sehen
In Semriach geht morgen die Post ab, im wahrsten Sinn des Wortes. Eine Rakete mit 111 Briefen an Bord befördert diese nicht nur in die Semriacher Lüfte, sondern macht auch Grazer Geschichte lebendig. Denn vor 80 Jahren, 1931, begann Friedrich Schmiedl, Raketenpionier und Erfinder der Postrakete, am und um den Schöckl Postraketen abzuschießen. Sein Ziel, eine "Raketenpostlinie" Laibach-Graz-Basel einzurichten, wurde in den 1930er-Jahren von der Post unterbunden. Bei Raketen- wie Briefmarkenfreunden ist der 1902 geborene Oberösterreicher, der sich in den 1920er-Jahren in Graz niedergelassen hat (wo er 1994 starb), noch heute eine Ikone.
Verehrt wird Schmiedl auch von Peter Haslinger, Mitglied des Österreichischen Weltraumforums, und Briefmarkenfreunden aus Graz und Umgebung. Sie veranstalten zum "Jubiläum 80 Jahre Postrakete" mehrere Raketenstarts in Semriach. Peter Haslinger: "Unsere Postrakete ist 2,5 Meter lang und wird etwa 500 Meter hoch in den Himmel steigen und am Fallschirm wieder landen." Die 7 Kilogramm schwere Rakete, die der Schweizer Raketenfachmann Herbert Gort gebaut hat und abschießen wird, wird mit 400 km/h um einiges schneller unterwegs sein, als Schmiedls Original, das 40 kg gewogen hat (ein Nachbau ist in Semriach zu besichtigen). Drei Starts um 10, 12 und 15 Uhr sind geplant. Die Briefe, die Haslinger mit der Rakete mitschickt, bekommen einen Stempel zur Erinnerung an den Semriacher Raketenstart, aber Haslinger hat auch 50 Jahre alte, von Schmiedl signierte Briefe, die Liebhaber um 15 Euro erwerben können. "Damit wenigstens die Unkosten der Veranstaltung so halbwegs abgedeckt sind", so Haslinger.
INFO: Die Starts finden auf der Wiese gegenüber dem Sparmarkt in Semriach statt.
















