"Unser Weg ist gut für Graz"
Opern-Intendantin Elisabeth Sobotka und Next-Liberty-Chef Michael Schilhan verlängern ihre Verträge bis zum 31. August 2017.

Foto © Sabine HoffmannOpern-Intendantin Elisabeth Sobotka
W arum haben Sie sich entschieden, Ihren 2014 auslaufenden Vertrag als Intendantin der Grazer Oper bis 31. August 2017 zu verlängern?
ELISABETH SOBOTKA: Dazu hat mich hauptsächlich das Haus bewogen. Ich habe zwei ganz tolle Jahre hinter mir und glaube, dass uns einiges gelungen ist. Nicht zuletzt gibt es eine finanzielle Grundlage, die funktioniert.
Wie sieht diese finanzielle Grundlage konkret aus?
SOBOTKA: Der Finanzierungsvertrag mit Land und Stadt wird bis 2017 verlängert: Wir erhalten jährlich rund 21 Millionen Euro, von denen aber 700.000 Euro Solidarbeitrag abgezogen werden.
Das heißt, Sie können bis 2017 so planen, wie Sie das für die kommende Saison getan haben - also eine Premiere weniger als in Ihren beiden ersten Spielzeiten?
SOBOTKA: Ja, aber ich hoffe, dass ich anders produzieren kann als in der jetzt beginnenden Saison, denn so viele Musicals will ich nicht mehr spielen, das ist ja nur dem Thalia-Umbau geschuldet. Ich trete immer für die Vielfalt ein und glaube, dass das ganz toll funktioniert hat. Ich sehe die Grazer Oper als Stadttheater und versuche deshalb, die ganze Bandbreite des Musiktheaters abzudecken.
Werden Sie in den drei zusätzlichen Spielzeiten jene Stücke zeigen, die Sie in Ihrem Fünf-Jahres-Plan nicht unterbringen konnten?
SOBOTKA: Für die ersten fünf Jahre habe ich eine ziemlich kompakte Idee gehabt und für die weiteren drei Jahre werde ich mir jetzt etwas ähnlich Kompaktes überlegen. Ganz konkret will ich zwei Dinge verwirklichen, die ich in den ersten fünf Jahren nicht geschafft habe: Ich will Uraufführungen bringen oder österreichische Erstaufführungen und ich möchte auf der großen Bühne eine Kinderoper.
Soll die Uraufführung einem Auftragswerk gelten?
SOBOTKA: Das wäre der absolute Idealzustand, aber da bin ich mir nicht ganz sicher, ob wir das finanziell stemmen können. Dazu brauche ich einen Partner. Ich habe zwei Projekte, die wir als österreichische Erstaufführungen bringen könnten. Konkret denke ich an die "Lulu"-Version, die Olga Neuwirth im Auftrag der Komischen Oper Berlin für eine Las-Vegas-Band komponiert.
Steht sonst Kontinuität bevor?
SOBOTKA: Der Schwerpunkt Vielfalt bleibt. Es wird keine dramatischen Änderungen geben. Ich bin überzeugt, dass der Weg, wie wir ihn bis jetzt gegangen sind, sehr gut ist für Graz.
Sie hatten auch Angebote anderer Bühnen. Warum haben Sie diese nicht angenommen?
SOBOTKA: Das wäre zu früh gewesen. Ich bin ja erst zwei Jahre hier und da war für mich die Option, hier zu bleiben, interessanter und spannender, weil ich hier ein unglaublich tolles Team habe. Wenn ich mich jetzt für ein anderes Haus entschieden hätte, hätte ich ab sofort mit einer Gehirnhälfte an das andere Haus gedacht.
Das hauseigene Ensemble ergänzen Sie durch regelmäßig wiederkehrende Gäste. Welche Partie wird James Rutherford nach dem Jago im "Otello" in Graz singen?
SOBOTKA: Er wird 2013 sein Rollendebüt in einer perfekt zu ihm passenden Partie geben - als Titelheld von Verdis "Falstaff".
Bis 2017 haben Sie jetzt Zeit, mit ihm einen neuen "Ring" zu planen.
SOBOTKA: Das verlockt mich natürlich irgendwie, aber zum Richard Wagner-Jahr 2013 gibt es vorerst einen neuen "Lohengrin". INTERVIEW:
ERNST NAREDI-RAINER
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Fakten
Elisabeth Sobotka, geb. am 7. Oktober 1965 in Wien.
Studium in Wien (Musik- und Theaterwissenschaft).
1990/91: Betriebsbüro der Jeunesse in Wien.
1994 bis 2002: Chefdisponentin und Betriebsdirektorin der Wiener Staatsoper.
2002 bis 2007: Operndirektorin der Berliner Staatsoper Unter den Linden.
Seit 2009: Intendantin der Grazer Oper.
















