Nach Vorerfassung: Chaos an den Universitäten
Die neue elektronische Vorerfassung der Studierenden an den Universitäten geht am Mittwoch zu Ende. Doch an den Unis weiß man noch weniger als bisher, welche Fächer die jungen Leute studieren.

Foto © EderNoch bis Mittwoch können Sich Studieninteressierte für das Studium ihrer Wahl voranmelden
Am Mittwoch ist die letzte Chance: Wer ein Studium an einer Uni beginnen will, muss sich bis 31. August elektronisch voranmelden. Wer das übersieht, kann nicht inskribieren.
Die Maßnahme, mit der die Planungssicherheit der Unis verbessert werden sollte, hat sich geradezu ins Gegenteil verkehrt. Denn viele Studenten haben sich für mehrere Fächer nach dem Motto "sicher ist sicher" angemeldet. "Ich kenne jemanden, der hat sich an allen österreichischen Universitäten in jedem Fach angemeldet", sagt Studentenvertreter Matthias Schneiber.
Rektor Alfred Gutschelhofer ist da gnädiger: "Es wird schon Leute geben, bei denen der Nachdenkprozess dadurch forciert wurde." Doch die Uni hat kein klares Bild von der Lage: "Es gab im Sommer bei den Beratungsstellen um fast 50 Prozent mehr Anfragen. Aber die konkreten Voranmeldungszahlen sind geringer. Wo sind die hin? Wir können die Zahlen nicht interpretieren." Seine Kritik: "Man muss das ganze Bildungssystem weiterentwickeln, und nicht Horuck-Aktionen setzen". Die Uni-Statistik hatte gestern jedenfalls Schwierigkeiten, aussagekräftige Zahlen zu liefern. Immerhin: Die betroffenen Maturanten sehen das neue Modell positiv (siehe Umfrage rechts)
Immerhin: Der befürchtete Ansturm aus Deutschland dürfte ausbleiben: "Uns schützt die geografische Lage. Innsbruck und Salzburg sind intensiv betroffen", sagt Gutschelhofer.
Die Grafik zeigt, warum die Uni-Chefs mit den Zahlen wenig anfangen können: So sind heuer 352 Biologie-Studenten vorangemeldet. Im Vorjahr gab es aber nur 191 Studienanfänger. Ver-doppelt sich also die Zahl der Biologie-Anfänger? Oder sind das nur Zweit- und Drittwahlen und kommen gar weniger? Rektor Gutschelhofer hofft sogar, dass die Zahlen rückläufig sind, weil die Wirtschaft wieder angezogen hat: "Wir haben in den letzten Jahren viele vom Arbeitsmarkt aufgefangen."
Die nackten Vorerfassungszahlen könnten jedenfalls der Uni-Leitung das Fürchten lehren: Insgesamt haben sich 6700 Maturanten für ein Studium vorangemeldet. Im Vorjahr haben hingegen nur 4500 inskribiert. Aber niemand weiß eben, wie viele sich sicherheitshalber an der Uni Graz gemeldet haben. Etwa Medizinstudenten, die befürchten müssen, die Aufnahmeprüfung nicht bestanden zu haben.
Sowohl an der Uni Graz als auch an der TU Graz muss man letztlich davon ausgehen, dass der bisherigen Trends sich fortsetzen werden. Die beliebten Studien werden auch heuer überlaufen sein. An der TU Graz sind das Biomedical Engineering, Informatik und Physik.
Im Grunde bestätigt das die These des Studentenvertreters Schneiber: "Der bürokratische Mehraufwand hat überhaupt keinen Nutzen".
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Grafik vergrößernUni-Vorerfassung - Ausgewählte StudienfächerGrafik © Kleine Zeitung
Psychologen bestreiten am 1. September Auswahltest
ACHTUNG, in der Printausgabe hat sich ein Fehler eingeschlichen: Der Aufnahmetest für das Fach Psychologie findet am 1. September (nicht wie vermeldet am 31. August)statt. 619 Personen haben sich heuer angemeldet - davon 460 Frauen. Das ist ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Darunter sind 135 Interessierte aus Deutschland - 2010 waren es 116. 230 Studienplätze stehen zur Verfügung.
















