Edmund Müller: "Aufgeben ist nicht meine Sache"
Im "Steiermark heute"-Sommergespräch zeigte sich Landeshauptmann Franz Voves von seinem Parteikollegen Edmund Müller enttäuscht. Er fordert nun deutliche Zeichen in der Grazer Politik. Müller verweist auf "etliche Projekte".

Foto © Jürgen FuchsVoves zeigte sich von Müller enttäuscht
Dass der neue Grazer SPÖ-Chef Edmund Müller nicht und nicht wegkommt vom Start, ist Diskussionsgegenstand bei jeder Veranstaltung, bei der sich zwei oder mehr Sozialdemokraten treffen. Und es wird dabei längst keine Hand mehr vor den Mund gehalten. Es ist typisch für den steirischen SPÖ-Vorsitzenden Franz Voves, dass er das nicht nur spürt, sondern selbst auch offen sagt: Via Sommergespräch mit ORF-Steiermark-Chefredakteur Gerhard Koch richtete er Müller aus, die Zeit, sich zu positionieren, werde knapp. "Ich habe mir mehr von ihm erwartet." Ja, Voves würde es nicht wundern, wenn es in der Grazer Partei, die "absolut nicht in Schwung kommt", eine Unruhe geben würde.
Voves und seine Übergangs-Parteichefin in Graz, Finanzlandesrätin Bettina Vollath, sind die "Erfinder" Müllers, und Voves betreibt auch gar keine Kindesweglegung. "Viele haben Edmund Müller gekannt, wie auch ich. Er hat über Jahre ganz nahe an der Politik gearbeitet. Alle haben gedacht, dass er auch diese Aufgabe sehr gut ausfüllen wird können, aber zur Zeit ist es noch nicht so der Fall." Voves warnend: "Man hat in der Politik nur eine bestimmte Zeit die Chance, etwas zu tun."
Reaktion von Müller
Müller nahm die Schelte vom Chef ruhig auf: "Ich bin angetreten, um die SPÖ neu aufzustellen. Dieser schwierigen Aufgabe widme ich mich weiterhin mit Leib und Seele." Kurz: "Aufgeben gibt's nicht." Müller verweist auf "etliche Projekte" mit seiner Handschrift: den Grazer Gesundheitsbericht, Projekte im Bereich Gesundheitsvorsorge sowie eine Drogenenquete. Zudem würden parteiintern gerade "Strategien und Strukturen entwickelt".

















