Hochschulplan: Sünkel will ähnliche Zugänge für Unis und FH
Laut einer Expertenempfehlung zum Hochschulplan sollen die Fachhochschulen ausgebaut werden. Die steirische Wissenschaftslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder zeigte sich dieser Entwicklung gegenüber aufgeschlossen.

Foto © Sabine HoffmannSünkel möchte ähnliche Rahmenbedingungen für Unis und Fachhochschulen
Eine der zentralen Expertenempfehlungen zum Hochschulplan sagt aus, dass der Anteil der Studenten an Fachhochschulen auf 40 Prozent ansteigen soll. Auch wenn Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) bei einer Pressekonferenz am Rande des "Forum Alpbach" Mittwochmittag diesen Wert als wohl zu hoch bezeichnete, zeigten sich sowohl er als auch Vertreter von Unis und FH sowie die steirische Wissenschaftslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (V) einer entsprechenden Entwicklung gegenüber aufgeschlossen, wenngleich mit Einschränkungen.
Der Rektor der TU Graz und Vorsitzende der Universitätenkonferenz (uniko), Hans Sünkel, verwies darauf, dass es dann auch ähnliche Rahmenbedingungen für Fachhochschulen und Unis geben müsse, was den Zugang betrifft. Wenn hier die selben Voraussetzungen herrschten, was Studienplatzfinanzierung und Kontingentierung angeht, habe er kein Problem damit.
Edlinger-Ploder betonte ebenfalls, dass es bei einem FH-Ausbau eben auch auf den Unis entsprechende Zugangsregelungen brauche, um gleiche Voraussetzungen zu schaffen: "Wer A sagt, muss auch B sagen." Der Rektor der FH Joanneum Karl Peter Pfeiffer verwies darauf, dass bei einer weiteren Forcierung der Fachhochschulen die Länder wohl mehr Geld zur Verfügung stellen müssten.
Minister Töchterle sah sich von den Experten insofern bestätigt, als er von Anfang an einen Ausbau des Fachhochschulsektors befürwortet habe. Die 60:40-Quote erscheint ihm allerdings sehr hoch gegriffen, immerhin stehe man derzeit bei einem Wert von 89 (Uni):11 (FH). Insofern werde man sich wohl irgendwo dazwischen einpendeln. 70:30 wäre wohl realistischer.
Von den Fachleuten angeregt wurde ferner eine stärkere Beteiligung der Länder auch im universitären Bereich. Derzeit sind sie ja nur bei Fachhochschulen und Privat-Unis beteiligt. Inwieweit hier finanzielle Beiträge möglich seien, wird laut Töchterle erst in den nächsten Jahren zu sehen sei. Primär gehe es hier um eine bessere Koordinierung. Ebenso sieht das Edlinger-Ploder.
Vorsichtig äußerte sich Töchterle gegenüber der APA zu den Expertenüberlegungen, bei den Stipendien eine Teilrückzahlung vorzusehen, sobald der Student im Berufsleben steht, wie das in Deutschland gehandhabt wird. Dies könnte allenfalls zum Thema werden bei einer Neuordnung der Studienbeiträge. Derzeit spiele dieses Modell aber keine Rolle.
Ebenfalls keine aktuellen Pläne hat der Minister, was den Ausstieg aus internationalen Großprojekten betrifft. Die Erfahrungen seines Vorvorgängers Johannes Hahn (V), der (letztlich nach Widerstand der SPÖ und Teilen der ÖVP vergeblich) versucht hatte, aus dem Kernforschungszentrum CERN auszusteigen, hätten ihn hier "klüger" gemacht. Grundsätzlich gelte aber, dass alle Projekte laufend evaluiert werden müssten.
















