Ein wirklich Reiner Ton
Vor mehr als 150 Jahren komponierte Valentin Lechner eine Missa Solemnis in C für das Stift Rein. Nun wurde sie wiederentdeckt und wird Ende Oktober in der Basilika uraufgeführt.

Foto © HoffmannPater August Janisch und Frater Martin Höfler mit dem mehr als 150 Jahre alten Werk
Der Schrank ist unscheinbar. Doch dahinter verbirgt sich Faszinierendes - meinen Musikexperten. Man schrieb das Jahr 1837, als Valentin Lechner seine Missa Solemnis in C für Ludwig Crophius, den damaligen Abt des Stiftes Rein, komponierte. Doch dann verschwanden die Noten für mehr als eineinhalb Jahrhunderte im Archiv des Zisterzienserstiftes nördlich von Graz. "Wir haben zwar gewusst, dass wir dieses Stück haben", berichtet Pater August Janisch. Doch erst Wolfgang Popp - er betreut das Musikarchiv - habe schließlich den Anstoß dazu gegeben, die Noten von Musikexperten prüfen zu lassen. Und diesen war ob der Qualität des Stückes wohl zum Jubeln zumute: Ist Lechners Werk doch vor allem aufgrund der Instrumentierung mit Joseph Haydns Oratorium "Die Schöpfung" vergleichbar.
Deshalb soll es auch nicht wieder in den Tiefen des Archivs verschwinden: Das Vocalforum Graz unter Franz M. Herzog und die Neue Hofkapelle Graz auf ihren historischen Instrumenten werden das Stück am 30. Oktober in der Basilika des Stiftes Rein uraufführen. "Klöster und so auch das Stift Rein waren immer Orte des Kulturaustausches", erläutert Pater August. Die Kosten des Konzerts werden von Sponsoren gedeckt. Die Einnahmen kommen zur Gänze der Renovierung des Stiftes Rein zugute.
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Fakten
Valentin Lechner wurde 1777/78 geboren und starb 1849 in Graz.
Er war von 1813 bis 1818 Accessist, 1819 bis 1825 Ingrossist und ab 1830 Rechnungsoffizial der k. k. Staatsbuchhaltung.
Stift Rein besitzt von ihm handschriftliche Partituren zu fünf Messen (1830 bis 1846) und neun weiteren Sakralwerken.















