Rotes Herzstück des Kunstuni-Gebäudes stillgelegt
Für Besucher des Mumuths gilt vor der kunstvollen Treppe ein Stoppzeichen.

Foto © Hoffmann
Betreten verboten - so lautet das Kommando vor der markanten roten Stiege des "Mumuths" der Grazer Kunstuni. "Zivilisten" werden sanft per Absperrband darauf hingewiesen, dass sie ausgerechnet das Herzstück des Designhauses in der Lichtenfelsgasse, das als Veranstaltungs- und Übungsgebäude dient, leider nicht betreten dürfen. Manch einer vermutete gar ein baubehördliches Problem beim geschwungenen Aufgang. Aber was steckt hinter der Stiege, die keine sein darf?
"Selbstverständlich darf sie normal betreten werden, beim Bau ist alles korrekt abgelaufen. Man hat sich aber aus Rücksicht auf unsere Künstler für die Sperre entschieden", betont Kunstuni-Sprecherin Katrin Hammerschmidt. Immer wieder haben sich Besucher, die nicht zum Personal oder den Studenten gehören, in den ersten Stock des Mumuths verirrt und Unterricht oder Proben gestört.
Wer nun aber über die von Architekturstar Ben van Berkel entworfene Treppe wandeln möchte, muss sich für eine offizielle Führung durch das Gebäude anmelden. Bei Veranstaltungen im Foyer hat die Treppe, die nur selten "im Dienst" ist, eine Nebenbeschäftigung - sie wird als Bühne für Musikensembles genutzt.
Kein Einzelfall
Die Kunstuni ist in Graz mit ihrer Treppen-Misere übrigens nicht allein. So musste einmal eine gläserne Stiege beim Paulustor nach kurzer Betriebszeit gesperrt werden, da das durchsichtige Baumaterial ungewollte Einblicke unter sommerliche Damenkleider gewährte. Am Lendplatz sorgten hingegen Ungereimtheiten bei der Einhaltung der Bauvorschriften dafür, dass ein Abgang zum Murufer jahrelang mit einem Eisentor versperrt war.

















