Reise in die Alltagsabgründe
Doppelbödiges Sommertheater des Grazer TiK: Düster und vulgär präsentiert sich "Bettys Sommerfrische" vom Theater im Keller im Ferdinandeum.

Foto © TiK
Statt Ruhe und Erholung findet die bodenständige Betty nur Chaos und Perversion im Ferienstrandhaus. Zwischen einem exhibitionistischen Fremden, einem jungen Sexsüchtigen und Bettys dauerplappernder Freundin geraten Missbrauch, Inzucht und Neid an die Oberfläche. Inmitten von Gier, Lust und abgeschnittenen Körperteilen, führen unbekannte Stimmen aus dem Off zum unvermeidlichen Albtraumfinale.
Bernd Sraniks Version einer Satire des US-Dramatikers Christopher Durang beginnt erzählerisch, steigert sich aber zu einem Orkan der Schimpfwörter, die die menschlichen Verfehlungen plakativ verstärken. Die durchwegs starken Leistungen der Darsteller (allen voran Susanne Zöllinger als schizophrene und lüsterne Mrs. Seismograph) spiegeln das Bild der verdorbenen Menschheit glaubhaft wider. Ulli Emmer als gutgläubige Betty gibt den nötigen Halt in dieser heiter-bösartigen Umsetzung.
















