Mundart-Musik als (realer) Traum
Weg vom Syntheziser-Rock hin zum Austro-Pop - das hat sich Erwin R. aus Graz gedacht. Der ehemalige Bassist von "Jerx", die mittlerweile in Berlin residiert, hat sich bewusst gegen Englisch und für das Österreichische entschieden.
"Es war immer schon ein Traum, in der Sprache zu singen, in der ich rede." Vor gut einem Jahr hat Erwin R. alias Reisinger seine erste eigene CD aufgenommen: "aufi, umi, obi" ist eine Komposition aus Folklore, Reggae und den typischen Singer/Songwriter-Klängen. Aber eben in Mundart. "Ich will dagegen ankämpfen, dass der Dialekt und der Austro-Pop verschwinden".
Der Grazer arbeitet gerade an einem zweiten Album, dass möglicherweise noch heuer erscheinen wird. "Es geht in die gleiche Richtung wie das erste, nur nehme ich es diesmal mit Band auf. Das soll die CD lebendiger machen, noch atmosphärischer." Die Inspiration für seine Musik nimmt er aus alltäglichen Situationen. "Ich versuche Dinge anders zu sehen, als sie beschrieben werden."
Erwin R., zu dessen Vorbilder u.a. die Berliner Band "Dota, die Kleingeldprinzessin" zählt, steuert zusammen mit der Band "Harsch" auch mehrere Tracks zum Film "Murtreiben" bei.
Der Dokumentarfilm über des Grazers liebsten Fluss feiert am 8. August im UCI-Kino in der Annenstraße Premiere. Die Mitarbeit ist für ihn auch politischer Natur: Der Soundtrack ("La Mur") zum Film ist ein beeindruckendes Musik-Statement gegen das geplante Murkraftwerk und für den Erhalt des bestehenden Flussgebiets. Auf der Doppel-CD finden sich auch andere musikalische Schmankerln von "Son of the Velvet Rat" und "Millions of Dreads." KEVIN RECHER

















