Bei Robin Hood fliegen die Hackl'n
Klagen, akute Insolvenzgefahr - die steirische Airline Robin Hood ist in argen Turbulenzen. Doch der Haupteigentümer will im Herbst wieder durchstarten.

Foto © Robin Hood Die Robin Hood Airline fliegt in ungewisse Zukunft
Donnerstachmittag um 16.35 Uhr wird die Robin Hood Airline vom Flughafen Graz abheben. Die Reise geht via Linz Richtung Zürich. Doch wohin das Unternehmen Robin Hood steuert, ist alles andere als klar. Denn das einstige Dreigespann Georg Pommer, Helmut Rieder und Raimund Pammer ist einander mittlerweile spinnefeind. Rückblick: 2007 versammelten die Efkon-Chefs Pammer und Rieder Financiers für den Einstieg in das Flugbusiness. Ein von ihnen entwickeltes elektronisches Boarding-System hätte über die Robin Hood weltweit eingeführt werden sollen. Aus den Plänen wurde nichts. "Pommer war nicht in der Lage, das an zwei Airports einzuführen", so Helmut Rieder, er spricht für Gesellschaften, die zwei Drittel der Anteile halten.
Der Groll, den Rieder gegen Pommer hegt, hat aber noch andere Gründe. Pommer klagt die Robin Hood auf 133.000 Euro. "Ich habe jahrelang umsonst den Geschäftsführer gemacht", so Pommer, der bei seiner Klage übrigens von einem kostenlosen Verfahrenshilfeanwalt vertreten wird. Pommer musste vor Gericht also nachweisen, dass er gänzlich ohne Vermögen ist.
Wie verträgt sich das mit seinen Plänen für eine neue Airline, Pommers Arbeitstitel lautet "Green Airline"? Pommer kann oder will nicht antworten. "Ich wende meine Energie diesem Projekt zu, ich habe 35 Jahre Erfahrung in der Luftfahrt." Erfahrungen, die oft schmerzhaft waren. Etwa bei Styrian Spirit oder der Fairline. Allesamt Unternehmen, die einen Finanzcrash hinlegten. Und die 2005 geplante Clevair ging erst gar nicht an den Start. Wer Pommer seine grüne Fluglinie finanzieren wird, ist offen. Pammer und Rieder wollen es jedenfalls nicht sein.
Das ist auch schon der einzige Punkt, in dem sich die beiden Ex-Chefs des Software-Entwicklers Efkon einig sind. Denn während Rieder weiter an das Unternehmen glaubt, im Oktober die zwei bestehenden Flugzeuge gegen neue tauschen will und im Herbst 2012 mit schwarzen Zahlen rechnet, spricht Pammer offen über wirtschaftliche Probleme. "Im letzten Jahr hat die Robin Hood nicht einmal Miete für ihr Fluggerät bezahlt - trotzdem schreibt sie Verluste", so der Drittel-Eigentümer Pammer. Die Airline funktioniere nur noch, weil die Flugzeuge einer Nebenfirma von Rieder und Pammer gehören.
Auch der Bilanzbericht der Robin Hood aus dem Jahr 2010 spricht eine klare Sprache. Bei Personen und Unternehmen, die der Robin Hood nahestehen, hat man Verbindlichkeiten über 1,8 Millionen Euro, zusätzlich 452.000 Euro bei Banken. "Ich habe Rieders Gruppe angeboten, dass man mir meinen Teil ablöst, denn ich will raus. Sonst prüfe ich alle rechtlichen Optionen", so Pammer.
















