Mutter infizierte Baby mit HIV: Prozess neu aufgerollt
41-Jährige musste sich erneut vor Gericht verantworten, weil sie ihr Baby bei der Geburt mit HIV angesteckt haben soll. Sie hatte das Kind trotz Warnung der Ärzte nicht durch Kaiserschnitt zur Welt gebracht.

Foto © ScheriauBereits vor einem Jahr stand die Frau vor Gericht
Eine 41-jährige Frau musste sich am Montag erneut im Grazer Straflandesgericht verantworten, weil sie ihr Baby bei der Geburt mit HIV angesteckt haben soll. Sie hatte das Kind trotz Warnung der Ärzte nicht durch Kaiserschnitt zur Welt gebracht und es außerdem gestillt. Die Angeklagte, die seit 20 Jahren HIV-positiv sein soll, leugnete immer die Existenz der Krankheit.
Die Beschuldigte hatte sich bereits vor einem Jahr wegen schwerer Körperverletzung, Verbreitung einer übertragbaren Krankheit, Körperverletzung mit schwerer Dauerfolge und Verleumdung verantworten müssen. Sie wurde nur wegen Körperverletzung an ihrer Tochter zu zehn Monaten bedingter Haft verurteilt, die anderen Punkte fielen weg. Doch die Angeklagte berief gegen das Urteil, und das Oberlandesgericht hob es auf.
Nun musste der Prozess ein zweites Mal durchgeführt werden. Die Beschuldigte hatte immer angegeben, sie selbst sei nicht krank: "Meine Einstellung ist, dass ich gesund bin. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal krank war", erklärte sie. Selbst führte sie das auf ihre rein vegane Ernährung und eine gesunde Lebensweise zurück. Doch der Gutachter widersprach ihr: "Es gibt keine Hinweise auf Heilung von HIV in der Literatur." Dass bei ihr die Krankheit trotz Verweigerung jeder Behandlung bisher ausgeblieben sei, bedeute nur, dass der Körper vorläufig das Virus noch kontrollieren könne, so der Sachverständige im ersten Prozess.
Tatsache ist, dass bei dem nun 2,5 Jahre alten Mädchen die Aids-Erkrankung voll ausgebrochen ist. Das Kind lebt in einem Kinderdorf, seine Geschwister wurden bei einer Pflegefamilie untergebracht. Trotzdem bescheinigte der Gutachter dem Mädchen, dass es mit Hilfe von Medikamenten ein einigermaßen normales Leben führen werde können, wenn auch mit eingeschränkter Lebensqualität. Der Vater und Ehemann der Angeklagten, der ebenfalls an Aids erkrankt war, ist im Mai 2010 gestorben. Der Prozess wurde bis Herbst vertagt, da mehrere Zeugen nicht kommen konnten.














