Univiertel: Es hagelte Strafen
Im Univiertel geht die Polizeiaktion ab Mittwoch ins letzte Patrouillen-Wochenende. Die bisherige Bilanz fällt gemischt aus: Polizei und Politik sehen Erfolge, Anrainer spüren sie kaum.

Foto © Hoffmann
Der verstärkte Polizeieinsatz im Univiertel geht ab heute Nacht ins letzte Wochenende der auf fünf Wochen angelegten Schwerpunktaktion. Die Polizei soll ja die Auswüchse der lärmenden Lokalszene in der Partymeile eindämmen. Ein erstes Fazit der Polizei lautet: In bisher 350 Überwachungsstunden habe es zahlreiche Amtshandlungen gegeben, inklusive Anzeigen und Organstrafmandaten, so Benno Kleinferchner vom Stadtpolizeikommando Graz.
Anrainer wie Gerhard Peternell, der in einem der "Hotspots" in der Elisabethstraße wohnt, sieht "durch die jetzigen Polizeieinsätze kaum eine Änderung. Beim massiveren Einsatz im Herbst war die Polizei wenigstens präsenter."
Auch eine 23-jährige Studentin, die lieber anonym bleiben will, sieht und vor allem hört keine maßgeblichen Verbesserungen auf den Straßen. "Und wenn, dann höchstens, weil jetzt in den Hochferien einfach nicht so viele Schüler oder Studenten in der Stadt sind." Zum Sommerende gehe es sicher wieder los. Davon sind auch andere überzeugt.
Für Kleinferchner ist das Problem der lauten Unilokale allerdings nicht allein mit "polizeilichen Mitteln" zu lösen, da sei der Gesetzgeber mit früheren Sperrstunden gefordert. Wolfgang Hübel, Leiter des Sicherheits- und Verwaltungsmanagements der Stadt, sieht es aber schon als großen Erfolg an, dass jetzt mehr Polizei unterwegs ist.
Volle Anerkennung bei Anrainern findet offensichtlich der zunächst kritisierte Einsatz der Firma Saubermacher, die mit Anfang Juli die nächtliche Gehsteigreinigung im Univiertel übernommen hat. "Es kommt Nacht für Nacht eine große Menge an Abfall, Flaschen und Unrat der Lokalbesucher zusammen", sagt Andreas Patschok von Saubermacher. Dabei habe man auch viele Einfahrten von "altem Müll" säubern können.
Vandalismus-Kampagne
Damit der sommerliche Polizeischwerpunkt nicht wieder verpufft, plant Bürgermeister Siegfried Nagl weitere Aktionen. "Wir starten demnächst eine Kampagne zum Thema Vandalismus, über die die Leute noch viel reden werden", sagt Nagl-Sprecher Thomas Rajakovics. Tenor: Vandalenakte gehen nicht mehr als Lausbubenstreiche durch, sondern "werden sehr teuer", so Rajakovics. Morgen wird die Kampagne präsentiert.
















