Hochwasser: Ist Graz gerüstet?
Sommerregen, Hagel, Unwetter: Die Schlagzeilen lassen auch viele Grazer besorgt nach oben blicken. Passend dazu legte die Feuerwehr ein Papier zum "Hochwasserschutz" vor.

Foto © Scheriau
Wenn Bilder von Aufräumarbeiten in Oberwölz die Medien dominieren, Hageltrümmer für Schlagzeilen sorgen und Meteorologen ab Montag ein eher nasses Wetter vorhersagen - ja, dann blicken auch viele Grazer nach oben und fragen sich: Sind wir gegen ein mögliches Hochwasser gerüstet?
Die Antwort: Jein. Zwar werden die Grazer Bäche laufend auf Vordermann gebracht. Und seit gestern liegt auch ein aktuelles Papier der Berufsfeuerwehr vor, das erweiterte Hochwassermaßnahmen - in Zusammenarbeit mit der städtischen Grünraumabteilung - auflistet. Dennoch ist der Tenor vieler betroffener Anrainer: Diese Schritte kommen zu langsam - und viele andere sind noch ausständig (siehe links).
1. Wie ist nun der aktuelle Stand in Sachen Hochwasserschutz? Antwort: Beim "Sachprogramm Grazer Bäche" wurden viele Maßnahmen bereits abgeschlossen, einige wichtige Umbauten sind aber noch offen (siehe Infobox links). Parallel dazu wurden zuletzt neue Pegelmessstellen installiert, um das vorhandene "Alarmsystem" aufzuwerten.
2. Welche Standorte wurden hier eingerichtet? Antwort: Um den Wasserstand der Bäche permanent zu überwachen, wurden neue Messlatten installiert - auf Höhe Rinnegger Straße, Dürrgrabenweg, Prohaskagasse, Thalstraße, Dr.-Paff-Gasse, Hohenrainstraße, Ignaz-Kollmann-Gasse und Lindenhofweg. Zum Teil werden die Werte mittels Videokameras abgelesen, die ausschließlich auf die Messlatten ausgerichtet sind.
Automatische Messstellen gibt es zudem an den Standorten Keplerbrücke, Rinnegger Straße, Rückhaltebecken Gabriachbach, Auffangbecken Schererpark und Rückhaltebecken Mariatrost.
3. Was passiert, wenn Grenzwerte überschritten werden? Antwort: Dann wird anhand eines Einsatzplanes Alarm geschlagen - notfalls dreht sogar die Polizei mit dem Megafon ihre Runden. Dank der Stadtvermessung liegt auch jedes Stückchen Graz detailliert gespeichert vor, um zu wissen: Was ist, wenn sich im Straßenzug X ein Hochwasser anbahnt? Wie viele Personen muss man dort evakuieren? Zusätzlich werden Absperrungen vorgenommen: Erreicht die Mur etwa 410 Zentimeter, wird die Murpromenade dichtgemacht.
4. Sind eigentlich genügend Sandsäcke vorbereitet? Antwort: Ja, heißt es im Büro von Stadträtin Sonja Grabner: So würden auf der Feuerwache Süd 2120 gefüllte Sandsäcke bereitliegen, weitere 105.000 Stück könnten jederzeit befüllt werden. Zusätzlich warten an 37 Standorten 4000 schon gefüllte Säcke.
5. Wie steht es um das wichtige Rückhaltebecken Weinitzen? Antwort: Robert Wiener, Leiter der Grünraumabteilung, seufzt: "Es ist alles durch, wir könnten längst bauen. Das Problem ist, dass parallel ein Verfahren zum Ausbau des dortigen Kanals notwendig war. Auch hier war alles durch, bis ein Grundeigentümer die Frist genutzt und plötzlich Einspruch erhoben hat. Jetzt hängt alles."
















