Schwarzfahrer: So wird kontrolliert
Sonntag, Linie 32: Ein Einsatz, bei dem Jugendliche ohne Ticket letztlich entwischten, löst Kopfschütteln aus. Holding Graz verteidigt Vorgehen.

Foto © Jürgen FuchsGraz Linien: Kontrollore pendeln täglich zwischen Kompetenz und Fingerspitzengefühl
Die Hitze an diesem Nachmittag wäre schon schlimm genug gewesen. Und doch war es letztlich ein "äußerst merkwürdiger Einsatz", der am Sonntag die Pulsfrequenz einiger Fahrgäste beschleunigte.
10. Juli, circa 14.30 Uhr: Auf der Fahrt zum Straßganger Bad steigen drei weibliche Kontrollorgane der Firma "Securitas" in den 32er-Bus. "Wir haben alle unsere Tickets gezeigt. Aber ein Haufen Jugendlicher hatte weder Karte noch Ausweis", schildert eine Grazerin der Kleinen Zeitung. Die folgende "Amtshandlung" hätten die jungen und lautstarken Fahrgäste nicht ernst genommen.
Bis es dem Lenker zu bunt wird: Er hält den Bus an und versperrt die Türen. Weil dies wiederum den anderen Fahrgästen ob der Hitze zu viel ist, fährt er doch bis zum Freibad weiter. "Dort öffnet er die Türen und die Jugendlichen laufen grinsend davon", erzählt die Grazerin - und fragt sich: "Haben denn Kontrollore gar keine Handhabe? Man kommt sich ja veräppelt vor!"
Holding-Graz-Sprecher Enrico Radaelli verteidigt das Vorgehen: Jene 37 Kontrollore, die täglich unterwegs sind, seien bestens ausgebildet und bemüht, "jede Eskalation bereits im Keim zu ersticken". Gerät eine Situation außer Kontrolle, wird die Abhandlung im Freien weitergeführt - und die Polizei hinzugezogen, falls die betreffende Person weder Ticket noch Ausweis vorweist. "Bis zum Eintreffen der Polizei kann der Schwarzfahrer angehalten werden", betont Radaelli. "Es ist jedoch nicht immer ungefährlich, daher stellen sich unsere Mitarbeiter einem gewaltbereiten Schwarzfahrer nicht in den Weg, um sich und andere Fahrgäste nicht zu gefährden." Dies könnte auch am Sonntag der Fall gewesen sein, vermutet Radaelli, man werde dem nachgehen.
Und: Ja, auch der Lenker darf unterstützend eingreifen und - falls notwendig - die Türen versperren. "Dafür gibt es aber keine definitive Regelung."
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Kommentar
Konstant gering
Die Zahl der Schwarzfahrer in Graz ist seit Jahren konstant gering. So wurden 2010 insgesamt rund 800.000 Kontrollen durchgeführt, rund 4,7 Prozent der Fahrgäste hatten keine gültige Fahrkarte dabei. Dieser Wert bleibt seit Jahren mehr oder weniger gleich. 2001 lag er noch bei elf Prozent.













