Grazer Waffennarr versteckte Bombe im Keller
Eine funktionstüchtige Bombe, ein Maschinengewehr, dutzende Waffen und hunderte Stück Munition wurden am Samstag von der Polizei sichergestellt. Nun laufen die Ermittlungen gegen zwei Grazer.

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Der Grazer Frühpensionist Reinhard G. (52) ist leidenschaftlicher Goldwäscher - und ein Waffennarr. "Wenn ich eine Waffe sehe, werden meine Hände feucht", erklärte er den Polizisten, als sie bei ihm am Wochenende dutzende Waffen, darunter ein Maschinengewehr und hunderte Stück Munition sicherstellten. Eine funktionstüchtige Bombe fand die Polizei im Keller des vierstöckigen Wohnhauses in der Münzgrabenstraße, in dem Reinhard G. wohnt.
Die Frage, wie stark die Sprengkraft dieser Bombe gewesen wäre, kann Arno Klenert von der Polizeiinspektion Karlauerstraße noch nicht beantworten. "Ich muss das Gutachten abwarten." Waffenexperten sind aber überzeugt, dass diese Bombe einen gewaltigen Schaden angerichtet hätte, wäre sie explodiert.
Reinhard G. hatte sie vor zwei Jahren selbst gebastelt, mit Pulver aus Kriegsmunition, die er aus dem Puttersee getaucht hatte. Ursprünglich wollte er damit in Kärnten einen Felsen sprengen, unter dem er Gold vermutet hatte. "Aber er hat kalte Füße bekommen", so Klenert, "und versteckte die Bombe im Keller."
Verurteilt
Reinhard G. war schon vor 19 Jahren in ein Verfahren verwickelt. Damals wurde er zusammen mit dem Grazer Werner K. (51) wegen Neutralitätsverletzung und Ansammeln von Kriegsmitteln sogar verurteilt. Dass ihnen die Polizei jetzt neuerlich auf die Schliche kam, ist einer Nachbarin zu verdanken.
Sie beschwerte sich gegen Werner K. (ebenfalls Frühpensionist) bei der Polizei und erwähnte in einem Nebensatz, dass sie ihren Nachbarn mit zwei Gewehren unter dem Arm gesehen habe. Laut Beschreibung deutete alles auf sogenannte "Softguns" hin (Druckluftwaffe mit der Plastikkugeln verschossen werden).
Klenert: "Wir suchten den Betroffenen auf und wollten nur mit ihm reden. Doch als wir in die kleine Wohnung kamen, war alles voll mit echten Gewehren und Munition - und mittendrin der fünfjährige Sohn des Grazers." Das Material wurde beschlagnahmt, die Ermittlungen aufgenommen. Dabei stießen Arno Klenert und sein Kollege Joachim Angerer auf Reinhard G. Am Wochenende wurden an vier Standorten Hausdurchsuchungen durchgeführt - und jede Menge Waffen und Munition gefunden. Hansjörg Bacher, Sprecher der Staatsanwaltschaft. "Ein politischer Hintergrund ist auszuschließen. Bei den beiden handelt es sich um Waffennarren."
















