Bach auf zwei Faziolis
"Goldberg-Variationen" in Cinemascope.

Foto © STYRIARTE Berechtigter Weltruhm: das Klavierduo Tal-Groethuysen
GRAZ. Was Johann Sebastian Bach selbst 1741 drucken ließ, die "Clavier-Übung" für den jungen Leibmusiker Goldberg des Grafen Kaiserling, hat seither als Meilenstein der Variationskunst die Nachfahren nicht mehr ruhen lassen. Und Josef Rheinbergers Version für zwei Klaviere (1883) aus gründerzeitlichem Geschmack und Max Regers Rheinberger-Retuschen (1914) generiert.
Das Wunderwerk Bachs ist plötzlich fast achtzig Minuten lang, man ersehnt Glenn Goulds knappe vierzig Minuten. Nicht, weil Tal-Groethuysen nicht virtuos und tiefenlotend genug daherkommen, unterstützt vom üppigen Klang der Fazioli-Flügel. Aber nicht alle Appoggiaturen und Triller sind von Bach, der Zierat des Historismus ist fast zu viel. "Satztechnischer Bombast" (Wolfgang Schreiber) überdeckt beinahe die mitunter grenzensprengende Harmonik Bachs (5. Variation) oder den Abgrund der Todesschau im Lamento, dem Adagio der 25. Variation.
















