TU und Uni Graz betreiben gemeinsam Erdwissenschaften-Labor
Die NAWI Graz - die gemeinsame naturwissenschaftliche Plattform von Universität Graz und Technischer Universität (TU) Graz - richtet eine neue Forschungsinfrastruktur im Bereich der Erdwissenschaften ein.

Foto © Scheriau/Sujet
Im "Central Lab for Water, Minerals and Rocks" sollen vor allem die Bildung und der Zerfall von Mineralien sowie das Alter und die Chemie des Planeten Erde untersucht werden. Die Kosten von etwa zwei Millionen Euro werden durch den EU-Fonds für Regionale Entwicklung, das Land Steiermark und beide Unis getragen, teilten die Universitäten am Mittwoch mit.
Vor sechs Jahren sind die Uni und TU eine strategischen Kooperation im Bereich Naturwissenschaften eingegangen. Seither wird in Lehre, Forschung, in Personal- und Infrastrukturfragen miteinander und nicht mehr nebeneinander agiert und die Großbereiche Chemie, Geowissenschaften, Molekularbiologie und Mathematik gemeinsam koordiniert und betrieben. Ziel ist es, die naturwissenschaftliche Forschung und Lehre in Graz zu stärken und auszubauen.
14 gemeinsame Studienrichtungen
Neben den mittlerweile 14 gemeinsamen Studienrichtungen werden sogenannte "Central Labs" eingerichtet. Das sind zentral angesiedelte Einheiten, in denen aufwendige apparative Infrastruktur oder neue angekaufte Geräte gemeinsam benützt werden. Zu dem ersten "Central Polymer Lab" (seit 2008) für die molekulare Charakterisierung, Strukturanalyse und Materialforschung im Bereich der Polymere kommt nun das "Central Lab for Water Minerals and Rocks" hinzu. "Das neue Labor ist als Startschuss für eine noch intensivere Kooperation zu sehen. Auch die Interdisziplinarität zwischen den einzelnen Fächern - Geowissenschaften, Bauingenieurwissenschaften, Chemie oder Biologie - wird dadurch gefördert", erklärte Lab-Koordinator Martin Dietzel von der TU Graz. Nicht zuletzt soll der Geowissenschaftliche Bereich der NAWI Graz durch die hochkarätige Forschungsinfrastruktur auch als internationaler Kooperationspartner attraktiver werden.
Das gemeinsame Labor besteht aus einem "Reinstraum", dessen Umgebungsluft nahezu keine Schwebeteilchen enthält, und einem Messraum mit Laserapparaturen und - ab März 2012 - einem hochauflösenden Massenspektrometer, um die Konzentration und Masse von Atomen, Mineralen und Gesteinen zu bestimmen und Mineralbildungsprozesse sowie deren Verwitterungsprozesse zu analysieren. An der Uni Graz wird ein weiterer, kleinerer Reinstraum für die Probenvorbereitung installiert.
Das Studium der Erdwissenschaften wird seit 2006 gemeinsam angeboten. Das darauf aufbauende Masterstudium kann in den Bereichen Geologie und Petrologie, Geobiologie und Paläo-Ökologie, Hydrogeologie und -chemie sowie Engineering Geologie vertieft werden. Jährlich werden rund 70 Erstsemestrige gezählt, was etwa einer Verdoppelung seit Einführung der gemeinsamen Studien entspricht.
















