"Für mich ist das alles nicht nachvollziehbar"
Sturm-Trainer Franco Foda ärgert sich über die Terminkollision der Football-WM mit der Champions-League-Qualifikation und dem Meisterschaftsstart.

Foto © APASturm-Trainer Franco Foda
In gut drei Wochen wird's ernst. Zuerst steht das Qualifikationsspiel der Champions League an, dann folgt die erste Meisterschaftsrunde. Für Sturm wird die neue Saison sehr schwierig.
FRANCO FODA: In der Champions League wollen wir so weit kommen wie möglich. Allerdings müssen wir unser erstes Spiel auswärts absolvieren.
Wegen der Football-WM.
FODA: Ja. Es ist für mich unglaublich, dass solch ein Event wie die Football-WM ohne Rücksprache mit Sturm in der UPC Arena zu diesem Zeitpunkt ausgetragen wird. Sturm zahlt seit Jahren regelmäßig Miete und repräsentiert die Steiermark immer sehr gut nach außen. Und dann das. Bei der Liga mussten wir schon ansuchen, das erste Meisterschaftsspiel auswärts austragen zu können. Und in der Champions League müssen wir jetzt hoffen, das erste Spiel auch auswärts spielen zu können. Ein Ausweichen nach Klagenfurt wäre unseren Fans gegenüber wirklich nicht fair. Für mich ist das alles nicht nachvollziehbar. Außerdem möchte ich nicht wissen, wie der Rasen nach der Football-WM aussieht.
Haben Sie für die heutige Auslosung ein Wunschlos?
FODA: Nein. Wir wollen in die dritte Qualifikationsrunde kommen. Und dann müssen wir alles daran setzen, diesen Gegner zu eliminieren, egal wie er heißt.
Blicken wir Richtung Meisterschaft. Sturm ist als Meister diesmal der Gejagte.
FODA: Salzburg ist der Gejagte, weil sie das größte Budget haben. Sie können sich jeden Spieler holen, den sie wollen. Und wenn ich sehe, wie die Austria aufrüstet, zählt auch sie zu den Favoriten. Wir halten es wie im abgelaufenen Spieljahr. Wir wollen da sein, wenn die anderen Klubs schwächeln.
Wie lautet Ihre Zielsetzung?
FODA: Wir wollen versuchen, einen internationalen Startplatz zu erreichen. Daran hat sich nichts geändert.
Dafür ändert sich der Kader. Hat man in bezug auf den linken Verteidiger nicht zu spät gehandelt?
FODA: Nein, wir müssen auf unsere Rahmenbedingungen achten, können uns einen Spieler wie Schrammel nicht leisten. Wir müssen Spieler finden, die nicht teuer sind, uns aber verstärken. Auf diese Weise haben wir etwa Kandelaki, Schaschiaschwili oder Schildenfeld geholt, um nur einige zu nennen.
Drohen nach Kienzl, Salmutter, Perthel und Mevoungou weitere Abgänge?
FODA: Bei mir sind noch keine Anfragen, geschweige denn Angebote eingegangen.
Beim Präsidenten schon.
FODA: Alles Sportliche läuft über mich. Bis dato sind keine Anfragen eingegangen. Aber im Fußball kann es schnell gehen. Sollten wir den einen oder anderen Spieler noch verlieren, müssen wir unsere Zielsetzung neu überdenken. Wir müssen immer realistisch bleiben.
Wie lange dürfen bzw. müssen Sie die Doppelfunktion Trainer/Sportdirektor noch ausüben?
FODA: Die Arbeit ist zeitintensiv, wird zu hundert Prozent erledigt und macht Spaß. Es ist alles auf Schiene.
Nur nicht mit Haris Bukva. Oder lässt Sie die Aussage des Spielers - "Solange Foda Trainer ist, werde ich nicht bei Sturm spielen" - kalt?
FODA: Er trainiert gut, machte zwei Tore. Alles andere kommentiere ich nicht.
Und mit welcher Haarlänge wird man Franco Foda in drei Monaten sehen?
FODA: Wenn wir in die Gruppenphase der Champions League kommen, wahrscheinlich mit einer Glatze. Wenn nicht, dann bleiben die Haare kürzer, weil die Rückmeldungen nicht so schlecht waren.
Features
Fakten
Champions-League-Qualifikation, 2. Runde: Hinspiel: 12./13. Juli, Rückspiel: 19./20. Juli
Bundesliga-Start, 1. Runde: 16./17. Juli
Football-WM, Spielort Graz: 9. Juli: Österreich - Japan/Südkorea, Frankreich - Kanada, 11. Juli: Japan/ Südkorea - Frankreich, Kanada - Österreich, 13. Juli: Kanada - Japan/Südkorea, Österreich - Frankreich.













