Bayer als Studenten-Chef
Er sollte am Mittwoch zum neuen Chef der 30.000 Grazer Uni-Studenten gewählt werden - Stefan Thum, der aus Bayern nach Graz kam.

Foto © KANIZAJ Stefan Thum (23) wird am Mittwoch zum Uni-Studenten-Chef gewählt
Die Psychologie hat das Nachsehen, zumindest für die nächste Zeit. "Mein Studium ist in den nächsten zwei Jahren zweitrangig", sagt Stefan Thum. Und hat eine gute Begründung: Geht alles nach Plan, wird er am Mittwoch zum neuen Vorsitzender der Hochschülerschaft (ÖH) an der Uni Graz gewählt und wird dann für 30.000 Studenten verantwortlich sein. Und das kostet Zeit. Wobei: "Das ist bestimmt keine verlorene Zeit", denn er könne sich nicht nur persönlich weiter entwickeln, sondern auch "viel gestalten".
Zwei Projekte hat er schon ins Auge gefasst. Mit seiner Fraktion, den unabhängigen Fachschaftslisten, will er vor allem die Schülerberatung forcieren. "Wir wollen Klassen beraten", erklärt Thum, der in einer Koalition mit der ÖVP-nahen Aktionsgemeinschaft die ÖH leitet. Zweitens will er die Studentenvertretungen stärken, die bei den jeweiligen Studiengängen tätig sind. "Davon gibt es an der Uni ungefähr 40, und sie wollen wir unterstützen", sagt der 23-Jährige.
In der Studentenvertretung hat auch Thums politische Uni-Laubahn begonnen. Ganz am Anfang steht jedoch Thums Entscheidung in Graz zu studieren, wurde er doch in Landshut in Bayern geboren. Für ein Studium in Graz sprachen zwei Gründe. "Hier war das Aufnahmeverfahren am günstigsten", sagt Thum. Zweitens sei Graz eine schöne Stadt. "Schöner als Salzburg oder Innsbruck", fügt er hinzu. In Graz dürfte er damit ziemlich sicher der erste Deutsche sein, an der Spitze der Studenten steht.
Dass er ein großes Erbe von Vorgänger Cengiz Kulac antritt, ist Thum bewusst. "Cengiz war durch die Studentenproteste medial sehr präsent", sagt er. Dies will er sich von Kulac auch abschauen. Thum hat sich fest vorgenommen, die vollen zwei Jahre im Amt zu bleiben. Denn: "Mir macht die Arbeit großen Spaß", sagt er. Und die Psychologie wird es ihm nachsehen müssen.
















