Mahler-Marketing mit Akkordeon-Quartett
Elisabeth Kulman und Amarcord holten ihren im Februar abgesagten Abend nach.
GRAZ. Mit einem Promenadenkonzert hatte der Musikverein für Steiermark sein 196. Arbeitsjahr eröffnet, mit einer vom Publikum animiert angenommenen Promenadenmischung setzte man nun einen willkommenen Schlusspunkt. Gustav Mahlers "Lieder eines fahrenden Gesellen" aus "Des Knaben Wunderhorn" und dem Rückert-Zyklus (überwiegend von Geiger Sebastian Gürtler) arrangiert für Geige, Cello (hervorragend Ilana Tjumjanceva), Kontrabass (Gerhard Muthspiel) und Akkordeon (Tommaso Huber) klingen zeitnäher, wie von Astor Piazzolla oder den Jazz-Muthspiel-Brüdern aufgeraut. Der Marketing-Coup war bereits auf CD erfolgreich.
Elisabeth Kulmans Mezzo ist nicht sehr groß, aber greift in Höhen und Tiefen weit aus, sodass etwa das "Kindertotenlied" von "In diesem Wetter" und das zugegebene "Urlicht" in allen Lagen feinen Effekt machen. An Referenz-Interpretationen von Lucretia West, Jessye Norman oder Janet Baker, die aus einer anderen Galaxie stammten, sollte man sich nicht beim Hören der feinen Kulman-Stimme erinnern.













