Wo ist eigentlich Edmund Müller?
Grazer VP muss auf Opposition verzichten. Grabner schwänzte Tag der offenen Tür.

Foto © Marija KanizajEdmund Müller: Als Stadtrat verlässt sich der Grazer SP-Chef vorerst auf eine Referentin, einen Büroleiter suche er noch
Die jüngsten Querelen innerhalb der Grazer ÖVP bestätigten gleich zweierlei: Auf Parteifreunde kann man sich - in jeder Hinsicht - verlassen. Und: In Graz existiert derzeit de facto keine Oppositionspartei. Denn eigentlich wären Siegfried Nagls Fast-Rücktritt und die Beinahe-Regierungsumbildung ein aufgelegter Elfmeter gewesen.
Zugegeben, die KPÖ nahm solche Bälle nie auf. Aber auch von FPÖ-Chef Mario Eustacchio ist nicht einmal ein Seitenhieb in Richtung VP bekannt geworden.
Geschweige denn von Edmund . . . ah . . . Müller, genau. Im März versprach der neue Chef der Grazer SPÖ, dass man so was von neu durchstarten werde, im April wurde er als Stadtrat angelobt - und seither herrscht Funkstille. Pardon, nein, eine Aussendung in puncto Impfzeiten hat seine E-Mailbox verlassen.
"Es stimmt, der Durchbruch ist das Ganze noch nicht", seufzt ein Roter. "Du triffst den Edi zwar überall, da haut er sich rein, aber es fehlen die konkreten Projekte, die großen Auftritte. Und schön langsam wird's Zeit dafür."
Müller selbst betont, dass er sehr wohl Einsatz zeige. Er sei viel unterwegs, "sowohl in Parteikreisen als auch bei Veranstaltungen". So habe er SP-Funktionäre eingeladen, Ideen für die Zukunft der Partei sowie für die Zukunft der Stadt Graz zu liefern. Und diese Aktion laufe sehr gut. "Ich bin ein sehr konstruktiver Mensch. Daher geht es mir jetzt einmal um ein Kennenlernen. Und auf Basis dieser Informationen will ich dann mein Arbeitsprogramm gestalten."
Die beiden werden keine Freunde mehr: FP-Gemeinderat Harald Korschelt hat sich schon so manches Gefecht mit VP-Stadträtin Sonja Grabner geliefert, immer ging es um die Feuerwehr. Nun sieht Korschelt einen neuen Fauxpas: Grabner schwänzte den Tag der offenen Tür der Berufsfeuerwehr. "Welche Chefin macht so was? Das ist ein Mosaikstein mehr, dass sie sich nicht um die Feuerwehr kümmern will." Grabner kontert: Sie war auf Familienurlaub, "der schon lange gebucht war. Korschelt soll lieber konstruktive Kritik üben, anstatt permanent nur zu zündeln."
Die Werbekosten der Stadt Graz beliefen sich 2010 auf genau 202.360,54 Euro, für das Jahr 2011 werden 329.474,80 Euro veranschlagt - das ergab eine Anfrage von BZÖ-Gemeinderat Georg Schröck. Er kritisiert: "Je näher die Wahl rückt, desto größer werden die Werbeausgaben." MICHAEL SARIA, GERALD WINTER



















