Grazer Sensor in engerer Auswahl für Mars Mission
Drei von 28 Vorschlägen für die kommende Discovery-Mission der NASA sind in die engere Auswahl gekommen - einer enthält einen Sensor, den Experten vom Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) in den vergangenen Jahren entwickelt haben.

Foto © APMars Mission mit steirschischer Beteiligung wäre denkbar
Drei von 28 Vorschlägen für die kommende Discovery-Mission der NASA sind in die engere Auswahl gekommen - einer davon nennt sich Mars-Lander GEMS (Geophysical Monitoring Station) und enthält einen Sensor, den Experten vom Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) in den vergangenen Jahren entwickelt haben. 2012 soll die Entscheidung über den Einsatz fallen, so Günter Kargl vom IWF am Freitag.
Die US-Raumfahrtbehörde NASA will 2016 eine Mission zum Roten Planeten starten und ist noch auf der Suche nach einem passenden Konzept. Unter den Bewerbern war auch der Mars-Lander, auf dem sich u.a. der vom Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gebaute vollautomatischer "Maulwurf" mit der Bezeichnung "HP3" (Heat Flow and Physical Properties Package) befindet. Dieser soll bis zu fünf Meter in den Marsboden eindringen und dort mit dem Grazer Sensor den Wassergehalt testen.
Bisher habe die Entwicklung des Sensors rund 500.000 Euro gekostet, wobei 100.000 Euro vom Land Steiermark zum Kick-off finanziert wurden. Entscheide sich die NASA 2012 für den Mars-Lander, könnte der Bau der Flugmodelle und die Feinabstimmung für die NASA-Mission eine weitere Million Euro kosten, schätzte Kargl. Im Gegenzug erhält das IWF alle Missionsdaten in Rohform noch vor allen anderen Wissenschaftern, was für die weitere Forschung und die Reputation viel wert sei.
Gute Chancen
Der Experte rechne sich gute Chancen für das GEMS aus, denn die beiden Konkurrenz-Vorschläge seien seiner Meinung nach deutlich komplexer und riskanter in der Umsetzung. Außerdem sei die NASA wegen Budgeteinsparungen gezwungen, auch vermehrt ausländische - vor allem europäische - Partner miteinzubeziehen.
Nicht geklappt hat dagegen der Einsatz des Sensors bei der Exo-Mars-Mission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), die 2013 starten soll. Aus Kostengründen wurden Pläne für große Teile der Mission aufgegeben, darunter auch der Einsatz des "Maulwurfs". Umso erfreulicher wäre es für Kargl, wenn der für den Mars entwickelte Sensor nun doch noch zum Einsatz käme, aber eben für die NASA.

















