Steirische Hafner wehren sich gegen Feuerungs-Verbote
Die steirischen Hafnermeister fühlen sich durch das von FPÖ-Umweltlandesrat Gerhard Kurzmann geplante Maßnahmenpaket gegen den Feinstaub benachteiligt - und der Verkehr werde verschont.

Foto © David Bauer
Im Maßnahmenpaket von Kurzmann gehe es "in erster Linie um das Verbot von Festbrennstoff-Zweitheizungen wie Kachelöfen, der Verkehr bleibt hingegen verschont", so Michael Kohlroser, stellvertretender Landesinnungsmeister, am Dienstag in Graz.
Nach 1990 gesetzte Öfen würden aber die Emissionsgrenzwerte weit unterschreiten. Thomas Schiffert, Geschäftsführer des Österreichischen Kachelofenverbandes, monierte, dass in den geplanten Bestimmungen alle Festbrennstoff-Öfen unterschiedslos nach dem dritten Überschreitungstag abgedreht werden müssten. Sinnvoller wäre seiner Ansicht nach aber das Exekutieren bestehender Vorschriften.
Unter den Feinstaubrichtlinien
In der Debatte werde nicht bedacht, dass moderne Kachelöfen bereits den neuesten Standards entsprächen und weit unter den gesetzlich geforderten Feinstaubrichtlinien lägen. Dafür gebe es laut Schiffert bereits sogar ein Umweltzeichen des Umweltministeriums. Die Kachelofenbranche arbeite laufend an der technischen Verbesserung ihrer Öfen. "Dies soll nun für Besitzer von modernsten Kachelöfen als Zweitheizung gemäß Landesrat Kurzmann nicht mehr von Bedeutung sein", so Kohlroser. Sobald die Feinstaubwerte den gesetzlich vorgegebenen Richtwert (50 Mikrogramm pro Kubikmeter als Tagesmittelwert) drei Tage hintereinander überschreiten, soll ab der kommenden Heizsaison ein allgemeines Verbot für den Betrieb von Festbrennstoff-Zweitheizungen in Kraft treten.
"Das Problem sind nicht Holzheizungen an sich, sondern der relativ hohe Bestand an Altheizungen", so Kohlroser. Allein in diesem Bereich könnten Staubemissionen bei Ersatz älterer Anlagen durch neue Holzfeuerungen um durchschnittlich 90 Prozent verringert werden. Für ein Zurückdrängen dieses Heiztyps bestehe kein sachlicher Grund, noch dazu, wo Holz als Brennstoff jetzt schon billiger und vor allem "vor der Haustür" verfügbar sei, im Gegensatz zu Öl und Gas.
Ein weiterer Kritikpunkt der Hafner sei das geplante Abstrafen von Holzheizungsbesitzern, wenn diese ihre Anlagen an Feinstaub-Spitzentagen betreiben. Es sei sinnvoller, schon jetzt den Heizungsbestand zu erheben. "Darüber hat nämlich niemand einen genauen Überblick", so Kohlroser und Schiffert. Bei der Erhebung könnten die eingesetzten Beamten auch über Verbesserungsmöglichkeiten informieren, bevor gleich abgestraft werde. Die steirischen Hafner wollen jedenfalls noch einmal bei Kurzmann vorstellig werden, um Änderungen bei den diversen Gesetzesnovellierungen plausibel zu machen.
















