AVL mit verbessertem Umsatz und guten Aussichten
Nach der derzeitigen Auftragslage könne man für das laufende Geschäftsjahr von einem Wachstum von 20 Prozent ausgehen, so AVL-Chef Helmut List. Die CO2-Reduktion soll in den nächsten zehn Jahren um 15 bis 20 Prozent reduziert werden.

Foto © KanizajAVL-CEO Helmut List blickt positiv in die Zukunft
Der Motorenentwickler und Testsystemhersteller AVL List GmbH hat nach dem schwierigen Jahr 2009 im Vorjahr wieder den Umsatz gesteigert - um 10,2 Prozent von 590 auf 650 Mio. Euro (2008: 740 Mio. Euro) und zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Mit 4.570 Beschäftigten (2.050 in Graz) weltweit habe man nun einen höheren Wert als vor der Krise erreicht, so AVL-CEO Helmut List. Die Auftragslage habe sich wieder wesentlich verbessert, die Ertragslage ebenfalls. Der Exportanteil beläuft sich auf 96 Prozent.
Die Entwicklung habe vor allem im zweiten Halbjahr 2010 angezogen, so der AVL-Chef am Dienstag in Graz im APA-Gespräch. Er habe 2010 mit einem Wachstum von rund sechs Prozent gerechnet, nun seien es über zehn Prozent geworden. Nach der derzeitigen Auftrags- und auch der allgemeinen Wirtschaftslage könne man für das laufende Geschäftsjahr 2011 von einem Wachstum von 20 Prozent ausgehen. Damit bewege man sich in Richtung von etwa 800 Mio. Euro Umsatz. Die Zuwächse werden in allen Bereichen, auch global, erzielt.
Höchststand an Mitarbeitern
Mit der freiwilligen Gehaltsreduktion und einer starken Ausweitung des F&E-Bereiches habe man das Gröbste abgefangen, das Gehaltsreduktionsprogramm sei bereits zwei Monate vor dem geplanten Ende 2010 ausgelaufen. "AVL hat einen Höchststand an Mitarbeitern erreicht, teilweise wurde bereits seit Mitte 2010 wieder aufgebaut", so List. Der Frauenanteil bei AVL habe sich in den vergangenen Jahren erhöht und werde stark gefördert, sei allgemein aber immer noch in den für Frauen "traditionellen" Bereichen: "Das ist eine große Herausforderung für unsere Gesellschaft".
Die Investitionen habe man zuletzt etwas zurückgenommen, aber gerade in der Krise nicht zu stark reduziert. Man sei dabei, ein neues Labor für E-Mobilität aufzubauen. Dabei gehe es um Batterietechnologien wie Lithium-Ionen-Energiespeicher, Range Extender und Hybrid-Prüfstände. Der erste Schritt sei eingeleitet, das Labor bereits in Betrieb, sagte List. Das Projekt Brennstoffzelle verfolge man weiterhin in gleichem Umfange, aber stehe nicht so stark im Vordergrund wie Elektro-Antrieb, Verbrennungsmotor und Hybrid. Die Hybridisierung - "bei der das ganze AVL-Instrumentarium zum Tragen kommt" - sei keine Brückenlösung, sondern werde auch langfristig in höherer Stückzahl als der reine E-Motor produziert werden.
CO2-Reduktion
Dem Verbrennungsmotor werde noch lange eine große Rolle zukommen, die CO2-Reduktion über "Downsizing", Turboaufladung und Direkteinspritzung sei noch lange nicht ausgereizt. In den vergangenen zehn Jahren habe man 25 Prozent Reduktion geschafft, "in den nächsten zehn Jahren kann ich mir noch weitere 15 bis 20 Prozent vorstellen", sagte List. Treiber in dieser Richtung seien nicht mehr nur die Abgasgesetze, die auch in China und Indien immer strenger würden, sondern auch der Kundenwunsch nach sparsamem Energieverbrauch bei gleichzeitigem Fahrerlebnis: "Das ist der Schlüssel".
Mit 51 Patenten im Jahr 2010 sei man zwar nach 60 im Jahr 2009 etwas zurück, aber in Österreich immer noch mit großem Abstand an der Spitze. "Wir haben auch immer mehr Software-Patente". Die Ereignisse in Japan hätten bei Kunden der AVL vereinzelt Logistikprobleme verursacht, hier habe man in sehr kurzer Zeit eine Umkonstruktion bestimmter Teile vornehmen müssen. Kurz nach Erdbeben, Tsunami und AKW-Unfällen seien die österreichischen Mitarbeiter abgezogen worden, kehren mittlerweile schrittweise zurück.
















