Prödl: "Sturm als Meister wäre kein Wunder"
Werders verletzter Verteidiger Sebastian Prödl schwitzt derzeit in der Reha in Bayern. Und er fiebert mit Ex-Klub Sturm im Titelkampf mit.

Foto © GEPAPrödl über das Meisterschaftsfinale
Ein Muskeleinriss an der linken Gesäßhälfte mit langem Riss an der Muskelsehnenplatte bedeutete Ende März für Werder-Legionär Sebastian Prödl das vorzeitige Saisonende. Derzeit schuftet er in der Reha im bayrischen Örtchen Donaustauf für sein Comeback. Zwischendurch fand er Zeit, über seine sportliche Zukunft, über Sturms Titelkampf und über Franco Fodas Erfolgsrezept zu plaudern.
Bayern statt Bremen. Warum zog es Sie zur Reha in den Süden Deutschlands?
SEBASTIAN PRÖDL: Ein Tapetenwechsel tut manchmal gut. Es kann nämlich anstrengend sein, jeden Tag fröhliche Gesichter zu sehen, wenn man selbst nicht so gut drauf ist.
Sie waren vor einigen Tagen in Graz zur Kontrolle. Wie ist der Heilungsverlauf?
PRÖDL: Gut. Der Riss ist zugewachsen. Nun muss man Geduld haben, bis sich die Narbe stabilisiert hat und das Bindegewebe wieder belastbar ist.
Kann man schon eine Prognose für ein Comeback abgeben?
PRÖDL: Leider nein. Die wäre zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös.
Aber wer Sie kennt, weiß, dass Sie sich ein Ziel gesteckt haben.
PRÖDL: Natürlich habe ich einen Traum. Ich möchte im August wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.
Und wenn das nicht klappt?
PRÖDL: Dann klappt es eben später. Ich mache mir keinen Druck.
Aber hat man nicht automatisch einen Druck? Ihr Vertrag bei Werder läuft ja nur noch ein Jahr?
PRÖDL: Das ist doch gut. Ich stehe nicht im Regen, habe ein Jahr Zeit, mich zurückzukämpfen.
Ganz glaube ich Ihnen nicht. Hat es mit Werder noch gar kein Gespräch gegeben?
PRÖDL: Ich habe jede Woche Kontakt mit Trainer Thomas Schaaf.
Und über Ihre sportliche Zukunft hat man nie gesprochen?
PRÖDL: Einmal, aber der Inhalt des Gesprächs ist geheim.
Dann verraten Sie uns, ob Ihr Ex-Klub Sturm heuer österreichischer Meister wird.
PRÖDL: Ich hoffe es. Wenn sie in Wiener Neustadt gewinnen, hat Sturm es geschafft. Salzburg oder die Austria holen nämlich auch nicht sechs Punkte.
Kommt der Erfolg nicht überraschend?
PRÖDL: Überraschend, aber es ist kein Wunder. Denn man hat sich in den letzten Jahren stetig gesteigert.
Ganz ehrlich. Wäre man da nicht selbst noch gerne dabei?
PRÖDL: Natürlich wäre es toll, selbst noch um die Meisterschaft mitzuspielen, aber ich freue mich mit Sturm und bin in Bremen sehr glücklich.
Sturm-Trainer Franco Foda hat ja an Ihrer Karriere auch einen nicht unwesentlichen Anteil gehabt?
PRÖDL (lacht): Er hat mich bei den Amateuren vom Mittelfeldspieler zum Verteidiger umfunktioniert und ich war am Anfang davon gar nicht begeistert.
Aber er hatte recht.
PRÖDL: Wie so oft, das ist ja sein Erfolgsrezept. Er ordnet alles dem Erfolg unter, auch wenn er mit dem einen oder anderen dabei aneckt. Und er holt aus jedem Spieler alles heraus. Egal, ob das ein Junger oder ein Arrivierter ist. Da gibt es bei ihm keine Altersgrenze.
Wie groß ist sein Anteil am möglichen Titel?
PRÖDL: Sehr groß. Er weiß ganz genau, welche Spieler er haben will, egal ob andere das hinterfragen. Er bleibt seiner Linie stets treu.
Features
Das Restprogramm
35. Runde, Sonntag (22. Mai): Kapfenberg - Mattersburg, Wiener Neustadt - Sturm, Rapid - Austria, Salzburg - Ried, Wacker Innsbruck - LASK (alle 16 Uhr).
36. & letzte Runde, Mittwoch (25. Mai): Sturm - Wacker Innsbruck, Ried - Kapfenberg, LASK - Rapid, Austria - Salzburg, Mattersburg - Wiener Neustadt (alle 20.30 Uhr).














